Die demokratischen Präsidentschaftsbewerber: Elizabeth Warren und Bernie Sanders. | Bildquelle: REUTERS

TV-Debatte der US-Demokraten Schlagabtausch zwischen Warren und Sanders

Stand: 15.01.2020 08:54 Uhr

Welcher US-Demokrat soll im November gegen Präsident Trump ins Rennen geschickt werden? Bei der letzten TV-Debatte vor den Vorwahlen gerieten die Rivalen Warren und Sanders aneinander.

Bei der letzten Fernsehdebatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber in den USA vor Beginn der Vorwahlen haben sich die Bewerber Bernie Sanders und Elizabeth Warren einen Schlagabtausch über Siegeschancen einer Frau geliefert.  

Zentral bei der gestrigen Fernsehdebatte war die Frage, welcher der Kandidaten Amtsinhaber Donald Trump schlagen könnte. Der Nachrichtensender CNN hatte kürzlich berichtet, Sanders habe Warren Ende 2018 bei einem Treffen hinter verschlossenen Türen gesagt, eine Frau könne den Amtsinhaber nicht besiegen. "Das habe ich nicht gesagt", dementierte Sanders dies in der TV-Debatte. Er sei vielmehr überzeugt, dass eine Frau Trump aus dem Weißen Haus drängen könne.

Warren machte indessen deutlich, dass Sanders sich durchaus geäußert habe, wie von CNN berichtet. Sie wollte aber sichtlich kein Öl ins Feuer gießen. "Bernie ist mein Freund, und ich bin nicht hier, um mit Bernie zu kämpfen." Sie bekräftigte, sie könne Trump an der Wahlurne besiegen.

Im Sender CNN - der die Debatte gemeinsam mit der Zeitung "Des Moines Register" ausrichtete - war zu sehen, dass Warren unmittelbar nach der Veranstaltung Sanders' ausgestreckte Hand nicht annahm. Stattdessen begannen die beiden Kandidaten eine kurze Diskussion, deren Inhalt nicht zu hören war. Dann kehrten sie einander ohne Handschlag den Rücken zu.

Wer kann Trump besiegen?

Sanders und Warren sind beide Kandidaten des linken Flügels der Demokraten. Auf der Bühne standen neben ihnen Ex-Vizepräsident Joe Biden, die Senatorin Amy Klobuchar, der Ex-Bürgermeister der Stadt South Bend, Pete Buttigieg, und Milliardär Tom Steyer. Biden, Sanders, Warren und Buttigieg liegen in Umfragen vorne.

Ex-Vizepräsident Biden betonte: "Wir können vier Jahre Donald Trump überwinden, aber acht Jahre Donald Trump wären eine absolute Katastrophe und würden diese Nation grundlegend verändern."

Buttigieg sagte an die Adresse der Wähler: "Wenn Sie es gewohnt sind, die andere Partei zu wählen, ihren Kindern derzeit aber nicht in die Augen blicken und ihnen diesen Präsidenten erklären können, dann schließen Sie sich mir an."

Biden räumt Fehler ein

Hitzig wurde es beim Thema Gesundheitspolitik. Sanders und Warren verteidigten ihre Pläne für eine staatliche Krankenversicherung für die gesamte Bevölkerung. Vertreter der politischen Mitte wie Biden, der frühere Bürgermeister Buttigieg und die Senatorin Klobuchar kritisierten dies als zu teuer und nicht realisierbar.

Einmütig erklärten die Kandidaten, das militärische Engagement der USA im Nahen Osten im Fall eines Wahlsieges zurückfahren zu wollen. Sanders warf Biden erneut vor, den Irak-Krieg 2003 unterstützt zu haben. Zum Auftakt ging Biden deshalb sofort in die Offensive und nannte sein Votum zugunsten der Invasion einen Fehler.

"Weitere Militärpräsenz nötig"

Buttigieg und Steyer argumentierten, ihre politische Erfahrung außerhalb von Washington sei im Oval Office ein Vorteil. "Was wir hören, sind 20 Jahre voller Fehler der amerikanischen Regierung im Nahen Osten", sagte Steyer. "Es ist Zeit, dass jemand von außerhalb einen strategischen Blick darauf wirft, was wir zu tun versuchen."

Während Sanders und Warren (Anmerkung Redaktion: vorher stand hier Sanders und Biden) sich für einen vollständigen Abzug der Truppen im Nahen Osten und Afghanistan aussprachen, meinten Biden und Klobuchar, zumindest eine kleine Militärpräsenz sei nötig.

Beim Thema Handel gab es mehr Einigkeit. Alle Bewerber stimmten überein, dass der Handelskonflikt mit China amerikanische Arbeitsplätze gefährde, insbesondere in Iowa, einem der stärksten Exportwirtschaftsräume des Landes. Die erste Vorwahl findet am 3. Februar in Iowa statt.

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 15. Januar 2020 um 08:15 Uhr.

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