Eine Flagge der Vereinigten Staaten weht auf dem Dach des Weißen Hauses | dpa

Nahostkonflikt USA starten Vermittlungsversuch

Stand: 15.05.2021 11:34 Uhr

Nachdem im Gaza-Konflikt Ägypten vergeblich versucht hat, zu vermitteln, werben nun die USA für Deeskalation. Die US-Regierung schickte einen Diplomaten nach Israel, der sich mit Vertretern beider Seiten treffen soll.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Die USA bemühen sich intensiv um Deeskalation im Gaza-Konflikt. Der Spitzendiplomat Hady Amr traf am Freitag zu einem Vermittlungsversuch in Tel Aviv ein. Außerdem habe der Nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan mit der ägyptischen Seite über die Eskalation zwischen Israel und der palästinensischen Hamas-Organisation gesprochen, meldete der Fernsehsender ABC. US-Präsident Joe Biden hatte bereits unter der Woche mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu telefoniert.

Torsten Teichmann ARD-Studio Washington

Die USA wollen helfen, das Blutvergießen zu beenden. Aber gleichzeitig will die Biden-Regierung diplomatisch nur das dringend Notwendige in einen Konflikt investieren, den der Präsident für derzeit unlösbar hält. An dieser Haltung gibt es in Washington Kritik.

Demokraten kritisieren Bidens Zurückhaltung

Abgeordnete der Demokratischen Partei verlangten in einem Brief an das Weiße Haus amerikanisches Engagement, Handeln und Führung, um den Schmerz und das Leid für Israelis und Palästinenser zu beenden. Indirekt machten sie Bidens bisherige Zurückhaltung für die Eskalation in Nahost verantwortlich.

Republikanische Senatoren forderten stattdessen die US-Regierung auf, angesichts der Gewalt die laufenden Gespräche über das Atomabkommen mit dem Iran abzubrechen. Denn sollten die USA Sanktionen gegen Teheran aufheben, würde das dem Iran helfen, die Hamas-Organisation zu unterstützen, so ihr Vorwurf. US-Außenminister Antony Blinken lehnte die Forderung der Republikaner ab.