Weiße Holzkreuze vor denen Blumen niedergelegt wurden erinnern an die Toten des Schulmassakers von Uvalde. | REUTERS

Nach Schulmassaker in Uvalde US-Justiz untersucht Polizeieinsatz

Stand: 29.05.2022 22:20 Uhr

Das US-Justizministerium hat eine Untersuchung des Schulmassakers in Texas angekündigt. Zuletzt war die Polizei immer stärker unter Druck geraten. US-Präsident Biden gedachte beim Besuch in Uvalde der 21 Opfer.

Das US-Justizministerium will den Einsatz bei dem Massaker in einer Grundschule im texanischen Uvalde untersuchen. Die Behörde erklärte, das Vorgehen der Polizei bei dem Amoklauf, bei dem 19 Grundschüler und zwei Lehrerinnen starben, werde in den Blick genommen. Der Bürgermeister der betroffenen Kleinstadt Uvalde, Don McLaughlin, habe darum gebeten. Ziel der Untersuchung sei es, einen unabhängigen Bericht über die Geschehnisse an diesem Tag zu erstellen und Lehren daraus zu ziehen für andere Attacken.

Ministeriumssprecher Anthony Coley erklärte, die Untersuchung werde auf faire, unparteiische und unabhängige Weise erfolgen und die Ergebnisse würden öffentlich gemacht werden. Die Untersuchung erfolgt vor dem Hintergrund wachsenden Drucks und zunehmender Fragen über die teils abgeänderten und bisweilen widersprüchlichen Informationen über das Geschehen an der Robb Elementary School und das Vorgehen der Polizei am vergangenen Dienstag.

Polizisten sollten abwarten

Ein 18 Jahre alter Schütze hatte an der Grundschule in der texanischen Kleinstadt Uvalde 19 Kinder und zwei Lehrerinnen getötet. Der Angreifer hatte sich mit Schülern und Lehrern in zwei miteinander verbundenen Klassenräumen eingeschlossen und dort um sich geschossen.

Neue Ermittlungserkenntnisse zu den Abläufen an jenem Tag setzen die Polizei schwer unter Druck: Behörden in Texas hatten am Freitag enthüllt, dass Schüler und Lehrer mehrfach per Notruf um Hilfe gebeten hatten, während mehr als ein Dutzend Polizisten von einem Polizeikommandeur auf einem Schulflur dazu angehalten wurden, abzuwarten. Dabei habe die Auffassung zugrunde gelegen, dass die Attacke vorüber gewesen sei, sagte Steven McCraw vom texanischen Amt für öffentliche Sicherheit.

Biden besucht Uvalde

US-Präsident Biden reiste am Sonntag mit seiner Ehefrau Jill nach Uvalde. Vor der Robb Elementary School, dem Tatort, machte Biden Halt an einem Gedenkort mit 21 weißen Kreuzen - eines für jedes der Opfer. Die First Lady legte einen Strauß weißer Blumen am Schulschild ab, wo bereits etliche Blumensträuße lagen. Gemeinsam besichtigten die Bidens einzelne Altäre, die zum Gedenken an die einzelnen Schüler errichtet wurden. Die First Lady berührte dabei die Bilder der Kinder. Anschließend besuchten sie einen Gottesdienst in der Gemeinde und trafen Angehörige der Todesopfer.

US-Präsident Biden und seine Frau Jill stehen vor weißen Holzkreuzen, die an die Opfer des Schulmassakers von Uvalde erinnern. | AP

Biden und seine Frau Jill hielten an einem Gedenkort für die Getöteten der Robb Elementary School inne und legten Blumen nieder.  Bild: AP

Der Amoklauf von Uvalde hat die Debatte über eine Verschärfung der Waffengesetze in den USA wieder einmal angefacht. Viele Republikaner sperren sich seit Jahren gegen strengere Regularien. Präsident Biden hatte unmittelbar nach dem Massaker klare Worte gefunden: "Ich habe es satt", klagte er. "Wir müssen handeln." Das "Gemetzel" dürfe nicht immerzu weitergehen.