Ermittler arbeiten am Tatort einer Massenschießerei in der Robb-Grundschule in Uvalde (Texas, USA). | EPA

Amoklauf an US-Grundschule Viele Fragen und viel Wut

Stand: 25.05.2022 14:19 Uhr

Die Menschen im texanischen Uvalde beginnen erst, den Amoklauf an der Grundschule des Ortes zu begreifen und zu verarbeiten. Vieles ist noch unklar. In der Politik geraten erneut die Waffengesetze in den Fokus.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Der Tag in Uvalde, der Kleinstadt nahe San Antonio im US-Bundesstaat Texas, beginnt mit Hilfe für die Überlebenden des Anschlags. Für alle Menschen, die traumatisiert sind nach dem Attentat auf eine Grundschule.

Torsten Teichmann ARD-Studio Washington

Der Schulrat der Stadt, Hal Harrell, kündigte auf einer Pressekonferenz an, dass Psychologen eingesetzt werden, um die Trauer aufzufangen: "Wir bieten Trauerhilfe und psychologische Unterstützung im Bürgerzentrum für Schüler, Lehrer und für jeden an, der sie braucht. Und wir werden das mehr als nur einen Tag anbieten, vielleicht mehrere Tage."

Die Zahl der Todesopfer könnte noch steigen, berichtete die Nachrichtenagentur AP und beruft sich dabei auf Ermittler der Bundesbehörden. Einige Grundschüler seien verletzt worden und mindestens ein zehnjähriges Kind befinde sich immer noch in kritischem Zustand.

Täter feuerte offenbar Hunderte Male

Bisher ist bekannt, dass Sicherheitsbeamte der Grundschule in Texas unmittelbar vor der Tat offenbar versucht hatten, den Attentäter noch zu stoppen. Der 18-Jährige verschaffte sich trotzdem Zutritt zur Schule. Er habe schusssichere Kleidung getragen und Hunderte Mal geschossen, erklärten die Ermittler. Das alles sind vorläufige Informationen. Polizeisprecher Chris Olivarez zufolge erschoss der Täter alle seine Opfer offenbar in einem einzigen Klassenzimmer. Sämtliche Toten seien in einem Raum gefunden worden, in dem sich der Schütze zuvor verbarrikadiert habe.

Vor dem Amoklauf an der Schule soll der 18-Jährige auch auf seine Großmutter geschossen haben, bei der er wohnte. Die Frau überlebte.

Polizeichef Pete Arrendondo bat um Geduld. Im Zentrum stehe im Moment das Schicksal der Hinterbliebenen: "Unsere Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Wenn wir in der Lage sind, die Familien zu informieren, dann werden wir das tun. Das ist unsere Priorität, also warten Sie bitte noch ab."

Motiv noch unklar

Im Verlauf des Tages werden die Stadt Uvalde und die Ermittler der Bundesbehörden eine weitere Pressekonferenz geben. Dann gibt es womöglich auch Informationen zum möglichen Motiv des Täters und zu den Hintergründen der Tat.

Mit Sicherheit können die Beamten sagen, dass der 18-Jährige selbst noch Schüler war - an der lokalen High School des Ortes.

Schärfere Gesetze gehen nur mit dem Kongress

US-Präsident Joe Biden sagte in einer ersten Reaktion, er habe es satt. Als Nation müsse sich das Land fragen, wann um alles in der Welt werde man sich gegen die Waffenlobby stellen.

Biden zufolge ist es an der Zeit für schärfere Waffengesetze in den USA. Konkrete Initiativen kündigte der Präsident nicht an. Denn für eine Änderung der Gesetze braucht er den US-Kongress, das kann er nicht allein. Aber selbst wenn Abgeordnete seiner Partei, der US-Demokraten, jetzt Gesetzesentwürfe ins Parlament einbringen würden, wäre auch dieses Mal nicht klar, ob sie eine Mehrheit dafür finden. Im Senat reicht die Mehrheit für eine grundlegende Veränderung nicht aus.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Mai 2022 um 12:00 Uhr.