Ein F-35-Kampfjet landet auf der Chungju Air Base in Chungju, Südkorea. | Bildquelle: AP

Kooperation bei Kampfjets USA werfen Türkei aus F-35-Programm

Stand: 18.07.2019 06:59 Uhr

Wegen des Kaufs eines russischen Raketenabwehrsystems haben die USA beschlossen, die Türkei aus dem F-35-Kampfjet-Programm auszuschließen. Die Türkei reagierte darauf mit harten Worten.

Von Torben Ostermann, ARD-Studio Washington

Die türkische Luftwaffe setzt seit Jahrzehnten auf Kampfjets des NATO-Partners USA. Die Zusammenarbeit verlief stets vertrauensvoll, wie beide Seiten betonen. Doch damit ist jetzt Schluss.

In einem lange schwelenden Streit haben die USA die Zusammenarbeit mit der Türkei beim F-35-Kampfjet-Programm beendet. Schon sehr bald müssen türkische Soldaten, die an dem Projekt mitarbeiten, die USA verlassen.

"Keine andere Wahl"

Staatssekretärin Ellen Lord reichten bei der Pressekonferenz im Pentagon zwölf Sekunden, um das Ende der Kooperation zu verkünden: "Die USA und andere F-35-Partner sind sich einig, die Türkei vom Programm zu suspendieren und die Zusammenarbeit formal zu beenden."

Am Ende bleibe den USA keine andere Wahl, als so zu entscheiden, beteuert die Führung des Landes. Keine andere Wahl, weil Ankara unlängst ein russisches Raketenabwehrsystem gekauft hat.

Diese Entscheidung der Türkei mache es unmöglich, weiterhin Teil des F-35-Programms zu bleiben, hieß es in der Stellungnahme weiter. "Die US-Regierung hat immer gesagt, dass das F-35- und das S-400 System nicht kompatibel sind."

Türkei spricht von "irreparablem Schaden"

Die Befürchtung der USA: Durch den parallelen Einsatz russischer- und NATO-Systeme könnte Moskau an wichtige Details über die Fähigkeiten der F-35-Kampfjets kommen. Das sei nicht hinnehmbar.

Die Türkei reagierte auf den Rauswurf aus dem Programm mit deutlichen Worten. Das Verhalten der USA sei ein schwerer Fehler, der den Beziehungen beider Länder "irreparablen Schaden" zufügen werde, teilte das Außenministerium in Ankara laut Übersetzung der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mit. Der einseitige und "unfaire" Schritt Washingtons werde "dem Geist des Bündnisses (der NATO) nicht gerecht und hat keine legitimen Gründe". Deshalb müsse er rückgängig gemacht werden.

Türkei nennt US-Entscheidung "einen Fehler, der den Beziehungen beider Länder irreparablen Schaden zufüge"
tagesschau 14:00 Uhr, 18.07.2019, Katharina Willinger, ARD Istanbul

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Am Freitag hatte die Auslieferung der russischen Systeme an die Türkei begonnen. Eine ebenfalls für Freitag angekündigte Pressekonferenz des Pentagons war verschoben worden. Offenbar hatte das US-Verteidigungsministerium bis zuletzt an einer anderen Lösung gearbeitet.

Trump äußert Verständnis

Auch US-Präsident Donald Trump schien unentschlossen. Erst gestern äußerte er sich zu dem Thema und zeigte großes Verständnis für die Entscheidung der Türkei, auf russische Systeme zurückzugreifen. Schließlich habe die Vorgängerregierung unter Barack Obama der Türkei den Ankauf von amerikanischen Patriot-Systemen verwehrt:

"Wir haben eine Situation, in der die Türkei sehr gut zu uns ist. Doch weil sie gezwungen waren, andere Raketensysteme zu kaufen, müssen wir ihnen jetzt sagen, dass wir ihnen keine F-35-Kampfjets verkaufen."

Dem widerspricht allerdings das Pentagon: Es habe in der Vergangenheit sehr wohl Angebote an die Türkei gegeben, Patriot-Systeme zu kaufen. Die NATO selbst versucht, den Konflikt klein zu kochen, und spricht von einer bilateralen Angelegenheit. Hier hofft man, dass das Bündnis keinen Schaden nimmt.

Lieferkette soll geändert werden

Da bisher auch die Türkei Teile zum Bau der F-35-Kampfjets zugeliefert hatte, waren die Verantwortlichen im Pentagon nun um Optimismus bemüht. Pentagon-Staatssekretärin Lord versicherte, dass die USA die entstehenden Lücken füllen werden: "Wir arbeiten sehr ernsthaft daran, Änderungen zum Beispiel in der Lieferkette zu erarbeiten, um den Rauswurf der Türkei zu kompensieren."

Spätestens im März 2020 soll der Ausschluss der Türkei abgeschlossen sein. Der Rauswurf aus dem F-35-Programm soll sich allerdings nicht auf das allgemeine Verhältnis der beiden Bündnispartner auswirken. Eine Sprecherin der US-Regierung betonte, die USA schätzten die strategische Beziehungen zur Türkei nach wie vor sehr.

USA werfen Türkei aus F-35-Kampfjet-Programm
Torben Ostermann, ARD Washington
18.07.2019 06:24 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Juli 2019 um 06:00 Uhr.

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