Der Chef der Revolutionsgarden, Hossein Salami, spricht bei einer Veranstaltung im iranischen Verteidiungsmuseum in Teheran.  | Bildquelle: ABEDIN TAHERKENAREH/EPA-EFE/REX

US-Truppenverlegung am Golf Iran droht mit Vergeltung

Stand: 21.09.2019 14:29 Uhr

US-Präsident Trump schickt im Streit mit dem Iran weitere Truppen an den Golf. Zuvor sprach er von militärischer Zurückhaltung. Der Iran drohte mit massiven Vergeltungsschlägen im Falle eines Angriffs.

Nach der Aufstockung der US-Truppen in Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten hat der Iran mit massiven Vergeltungsschlägen im Falle eines Angriffs gedroht. "Sei vorsichtig, eine begrenzte Aggression wird nicht begrenzt bleiben", sagte der Chef der Revolutionsgarden, Hossein Salami, in Richtung USA. Jeder Angreifer werde zerstört.

"Wer auch immer möchte, dass sein Land zum Hauptschlachtfeld wird, nur zu", drohte Salami weiter. Seine Einheiten würden einen Krieg auf iranischem Territorium "niemals zulassen". Er hoffe, dass die USA keinen "strategischen Fehler" machten, fügte der Chef der Revolutionsgarden hinzu.

Der Iran dementiert Verdächtigungen

Nach den Angriffen auf saudische Ölanlagen wurden auf Bitten der Regierung in Riad weitere Truppen von den USA in die Golfregion entsendet. "Der Präsident hat den Einsatz von US-Truppen genehmigt, die defensiver Natur sein werden", sagte Verteidigungsminister Mark Esper. "Alles deutet darauf hin, dass der Iran für den Angriff verantwortlich war." Die Untersuchungen von amerikanischen, saudischen und internationalen Experten hätten ergeben, dass die eingesetzten Waffen aus iranischer Produktion stammten und nicht vom Jemen aus eingesetzt worden seien.

Der Iran dementiert jede Verantwortung für die Angriffe in Saudi-Arabien am vergangenen Samstag. Die von Teheran unterstützten Huthi-Rebellen hatten sich zu der der Tat bekannt. US-Außenminister Mike Pompeo hatte sie daraufhin der Lüge bezichtigt.

Bis zu 1000 weitere Soldaten?

Esper sagte, die militärische Verstärkung in der Region solle auf die Verteidigung gegen Luft- und Raketenangriffe ausgerichtet sein. US-Armeechef Joseph Dunford machte keine Angaben zur Truppenstärke, sagte auf Nachfrage aber, es werde sich nicht um Tausende Soldaten handeln.

Dunford kündigte für kommende Woche weitere Details an. Im vergangenen Juni hatte das Pentagon angekündigt, weitere 1000 Soldaten in den Nahen Osten zu schicken, um US-Truppen und nationale Interessen der USA in der Region zu schützen.

Trump: "Meiner Meinung nach zeigt das Stärke"

Bereits Ende Mai hatten die USA ihre Truppen im Nahen Osten wegen der "anhaltenden Bedrohung" durch iranische Kräfte um 1500 Soldaten verstärkt. Zuvor hatte das US-Militär unter anderem einen Flugzeugträgerverband und eine Bomberstaffel in die Region verlegt. Esper sagte, Trump habe deutlich gemacht, dass die USA keinen Krieg mit dem Iran wollten. Gleichzeitig sagte Esper: "Uns stehen andere militärische Optionen zur Verfügung, sollten sie nötig sein".

Esper forderte den Iran auf, seine "zerstörerischen und destabilisierenden Aktivitäten" zu unterbinden und einen "friedlichen und diplomatischen Weg" weiterzugehen. "Tatsache ist, dass die Saudis sowohl mit Drohnen als auch mit Marschflugkörpern angegriffen wurden" und dass sie weiterhin gefährdet seien.

Trump hatte am Freitag neue Sanktionen gegen den Iran angekündigt und gleichzeitig seinen Kurs der militärischen Zurückhaltung verteidigt. Er könne jederzeit "innerhalb von einer Minute" einen Militärschlag beispielsweise gegen 15 wichtige Ziele im Iran anordnen, sagte Trump im Weißen Haus. Er wolle das aber möglichst vermeiden. An die Adresse von Kritikern, die ihm Schwäche vorwerfen, sagte Trump: "Meiner Meinung nach zeigt das Stärke."

USA erklären Truppenverlegung nach Saudi-Arabien
Torben Ostermann, ARD Washington
21.09.2019 07:48 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. September 2019 um 13:25 Uhr.

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