US-Präsident Trump sitzt auf einer Veranstaltung im Dezember 2017 mit verschränkten Armen neben seinem Justizminister Sessions. | Bildquelle: dpa

Trump attackiert Sessions "Ich habe keinen Justizminister"

Stand: 20.09.2018 09:55 Uhr

Schon lange ist das Verhältnis zwischen Justizminister Sessions und dem US-Präsidenten angespannt. Nun fand Trumps Kritik einen neuen Höhepunkt: Einen Justizminister habe er nicht.

Sie stehen sich bereits seit mehr als einem Jahr kritisch gegenüber - US-Präsident Donald Trump und sein Justizminister Jeff Sessions. Immer wieder griff Trump den früheren Senator, der heute gleichzeitig Generalstaatsanwalt ist, verbal scharf an. So auch wieder in einem Interview mit dem Sender "Hill-TV". "Ich bin nicht glücklich mit zahlreichen Dingen", monierte der Republikaner im Hinblick auf Sessions und ging dann in seiner Aussage noch einen Schritt weiter: "Ich habe keinen Justizminister." Es sei "so traurig", fügte der US-Präsident hinzu.

Sessions war "durcheinander und verwirrt"

Zudem blickte Trump im Gespräch mit dem Onlinesender auf die Zeit zurück, als Sessions - damals noch Senator - um das Amt des Generalstaatsanwalts kandidierte. Doch sein jetziger Minister habe sich schlecht geschlagen, sei "durcheinander und verwirrt gewesen", sagte Trump.

Nur Stunden später relativierte Trump seine eigenen Worte in einem Gespräch mit Journalisten im Weißen Haus. Zwar blieb er dabei, aus verschiedenen Gründen von Sessions enttäuscht zu sein, doch er habe einen Justizminister.

Streit begründet sich auf Ermittlungen zur Russland-Affäre

Die Konfrontation zwischen Trump und Sessions hat sich seit März 2017 zunehmend verschärft - seit Sessions seine Entscheidung verkündete, sich aus den Ermittlungen zur sogenannten Russland-Affäre rauszuhalten. In der Affäre geht es um möglicherweise unrechtmäßige Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam, das 2016 seine Kandidatur für das Präsidentenamt unterstützte, und Russland.

Sessions erklärte sich für befangen, da er selbst mehrmals den russischen Botschafter Sergej Kisljak getroffen hatte, allerdings in seiner Funktion als Senator und nicht als Wahlkämpfer, wie Sessions immer wieder betonte. Trotzdem könne er kein Teil von Ermittlungen sein, in denen auch seine Rolle untersucht werde. Nach seinem Rückzug von den Ermittlungen wurde der Sonderermittler Robert Mueller eingesetzt, dessen Untersuchungen sich mittlerweile bis in die Reihen von Trumps Familie ausgeweitet haben. Trump hatte die Ermittlungen und die Vorwürfe rund um die Russland-Affäre mehrfach als "Hexenjagd" verurteilt.

Sessions lehnt Rücktritt ab

Erst Anfang August hatte Trump nochmals darauf gepocht, die Ermittlungen von Mueller sollten ein Ende finden. Dafür sorgen müsste aus seiner Sicht sein Justizminister Sessions. Doch Sessions ist aufgrund seiner eigenen Befangenheitserklärung nicht für Mueller zuständig. Die Oberaufsicht über diese Ermittlungen führt Vizejustizminister Rod Rosenstein, der den Sonderermittler selbst eingesetzt hatte.

Das hielt Trump jedoch nicht davon ab, wiederholt deutlich zu machen, dass er einen Rücktritt Sessions favorisieren würde. Es sei ein Fehler gewesen, Sessions überhaupt zu nominieren, äußerte Trump etwa in einem Interview im Juli 2017. Sessions sei schwach und angeschlagen, warf Trump seinem Minister im diesjährigen März vor. Sessions allerdings weigerte sich bislang, seinen Posten aufzugeben.

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