Donald Trump nach seiner offiziellen Nominierung | AFP

Trump-Nominierung für US-Wahl Einstimmig für den einzigen Kandidaten

Stand: 24.08.2020 22:06 Uhr

Wenige Wochen vor der US-Wahl haben auch die Republikaner ihren Kandidaten nominiert. Zum Auftakt des Parteitags in Charlotte setzte US-Präsident Trump dabei auf bewährte Themen. Sein Ziel: die Mobilisierung der Basis.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Zum Auftakt zählte US-Präsident Donald Trump Erfolge auf: Die Administration habe die Grenzen des Landes gesichert, erklärte Trump, der nach Charlotte gekommen war. Man habe Jobs im produzierenden Gewerbe der USA geschaffen.

Torsten Teichmann ARD-Studio Washington

Und die Mauer zu Mexiko werde in kurzer Zeit bereits fertig gestellt sein. Tatsächlich sind in den vergangenen Jahren vor allem Zäune mit meterhohen Stahlstreben entlang der Grenze zu Mexiko ersetzt worden. Und nicht Mexiko hat dafür bezahlt, sondern die US-Steuerzahler. Die Delegierten jubeln trotzdem.

Kein Gegenkandidat

Die Partei hatte das Treffen in North Carolina auf einen Tag verkürzt und die Zahl der Teilnehmer auf 336 begrenzt - wegen Corona. Aus jedem Bundesstaat wird ein Delegierter aufgerufen, um die Stimmen für Trumps Nominierung zu verlesen. Es gibt keinen Gegenkandidaten.

Doch Ordnung muss sein: Als die Parteivorsitzende Rona McDaniels das Ergebnis verkünden wollte, fehlte noch Wyoming. Geändert hätte das natürlich nichts. Die Republikaner nominierten Trump und Vizepräsident Mike Pence als Kandidaten für die Wahl im November.

Nach Kräften bemühen sich die Delegierten im Konferenzsaal in Charlotte für Stimmung zu sorgen. So, dass es sich auch über die Fernsehbilder transportiert: MSNBC und FoxNews übertragen teilweise live.

"Vier weitere Jahre", riefen die Teilnehmer im Saal. Und Pence griff das Thema in seiner Ansprache auf. "Vier weitere Jahre bedeuten mehr Arbeitsplätze, mehr Richter und mehr Unterstützung für unsere Soldaten und unsere Polizisten. Und es dauert mindestens noch vier weitere Jahre, um den Sumpf trocken zu legen", sagte er.

Warnung vor den Demokraten als Parteitags-Thema

"Der Sumpf" - das ist der Politikbetrieb in Washington. Doch Trump ist nicht länger der Außenseiter, der in die Hauptstadt kommt. Er ist der amtierende Präsident. Neben Erfolgen und Vorhaben wird die Warnung vor dem politischen Gegner, den US-Demokraten, für die Republikaner ein bestimmendes Thema für den kommenden virtuellen Teil des Parteitag sein.

Täglich will sich Trump im Livestream zeigen, so wie es auch sein Kontrahent Joe Biden von den US-Demokraten vor einer Woche gemacht hat. Hinzu kommen weitere fünf Mitglieder seiner Familie als Hauptredner. US-Außenminister Mike Pompeo hat seine Botschaft an den virtuellen Parteitag auf dem Dach des King David Hotel in Jerusalem aufgezeichnet.

"Er mag das Spektakel"

Noah Weinrich von der konservativen Lobby-Organisation Heritage Action wundert das nicht: "So ist Donald Trump, er mag das Spektakel, er achtet sehr auf die Einschaltquoten. Und die Republikaner brauchen einen Schub. Trumps Umfragewerte sind zwar etwas besser geworden, aber sie liegen immer noch hinter Bidens".

Wie die US-Demokraten vor einer Woche spricht auch Trump von einer "entscheidenden Wahl" im November. Der nächste Präsident könnte drei, vier, vielleicht sogar fünf Richter für Obersten Gerichtshof vorschlagen, erklärt er den Delegierten in Charlotte. Es geht darum, die Basis zu mobilisieren.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. August 2020 um 20:00 Uhr.