Donald Trump nach seiner offiziellen Nominierung | AFP

Präsidentschaftswahl US-Republikaner nominieren Trump

Stand: 24.08.2020 21:09 Uhr

Der Parteitag der US-Republikaner hat Amtsinhaber Trump zum Kandidaten für die anstehende Präsidentschaftswahl gewählt. Er zieht damit am 3. November gegen seinen demokratischen Herausforderer Biden in die Wahl.

Zweieinhalb Monate vor der Wahl in den USA haben die Republikaner US-Präsident Donald Trump offiziell als Kandidaten nominiert. Die Vorsitzende der Republikaner, Ronna McDaniel, hatte zuvor den Parteitag in Charlotte (North Carolina) einberufen.

Am Donnerstag soll dann die weitgehend virtuelle Veranstaltung enden. Dann will Trump auf dem Südrasen des Weißen Hauses seine Rede halten, mit der er die Nominierung annimmt. Auch Vizepräsident Mike Pence wurde wieder nominiert.

"Dies ist die wichtigste Wahl in der Geschichte unseres Landes", sagte Trump bei einem Auftritt nach der Nominierung. "Unser Land kann in eine schreckliche Richtung gehen oder in eine noch bessere Richtung", sagte er.

Trump stellte die Integrität der Wahl im November in Frage. "Der einzige Weg, wie sie uns diese Wahl wegnehmen können, ist, wenn dies eine manipulierte Wahl ist", sagte Trump. Er kritisierte erneut die Briefwahl.

Weiter mit "America First"

Trumps Wahlkampfteam hatte kurz vor Beginn des Parteitags Ziele für seine zweite Amtszeit veröffentlicht. Die Außenpolitik soll sich demnach auch weiterhin an Trumps Leitmotiv "America First" orientieren. Verbündete sollen dazu gedrängt werden, ihren "fairen Anteil" im Verteidigungsbereich zu bezahlen.

Das Wahlkampfteam erklärte, Trump wolle zehn Millionen neue Jobs innerhalb von zehn Monaten schaffen und Steuern senken. Trump stellt außerdem einen Impfstoff gegen das Coronavirus bis zum Jahresende und eine Rückkehr zur Normalität im kommenden Jahr in Aussicht.

Biden und Harris für die Demokraten

In der vergangenen Woche hatten die Demokraten bereits Ex-Vizepräsident Joe Biden als ihren Kandidaten für die Wahl am 3. November gekürt. Biden zieht mit der Senatorin Kamala Harris als Kandidatin für den Vizepräsidenten-Posten in die Wahl. Sie wäre die erste schwarze Amerikanerin in dem Amt.

Trump erhofft sich von dem Parteitag auch neuen Rückenwind für seinen Wahlkampf. In landesweiten Umfragen liegt er derzeit hinten. Die Webseite FiveThirtyEight, die zahlreiche Umfragen auswertet und gewichtet, sieht Biden bei 51 Prozent der Stimmen, Trump bei 42 Prozent.

Landesweite Befragungen haben wegen des Wahlsystems in den USA begrenzte Aussagekraft. Für einen Sieg ist eine Mehrheit von 270 Wahlleuten aus den Bundesstaaten ausschlaggebend. Trump war es 2016 gelungen, die Mehrheit der Wahlleute auf sich zu vereinen, obwohl er weniger Stimmen bekam als seine Rivalin Hillary Clinton. FiveThirtyEight prognostiziert momentan allerdings nur 212 Wahlleute für Trump und eine klare Mehrheit von 326 für Biden.

Parteitag unter Corona-Bedingungen

Der Parteitag der Republikaner wird - wie schon der der Demokraten - von der Corona-Pandemie auf den Kopf gestellt und findet in deutlich abgespeckter Form statt. Bis kurz vor dem Treffen veröffentlichten die Republikaner kein Programm. Ursprünglich wollten die Partei in Charlotte ein viertägiges Mega-Event mit Tausenden Gästen abhalten.

Wegen der Corona-Bestimmungen in North Carolina ließ Trump den Hauptteil des Parteitags dann nach Jacksonville (Florida) verlegen. Nachdem sich Florida zu einem Hotspot in der Pandemie entwickelte, wurde dieser Teil des Treffens wieder gestrichen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. August 2020 um 20:00 Uhr.