US-Flagge weht über einem Gebäude | Bildquelle: picture alliance / dpa

20 Standorte betroffen USA schließen weltweit Ausländerämter

Stand: 13.03.2019 05:30 Uhr

Bislang betreibt die US-Einwanderungsbehörde weltweit 20 Büros. Diese sollen bald geschlossen werden, erklärte das Heimatschutzministerium. Das eingesparte Geld werde in die Visa-Bearbeitung fließen.

Das US-Heimatschutzministerium plant die Schließung seiner internationalen Büros für Einwanderung und Einbürgerung. Die zentrale Einwanderungs- und Ausländerbehörde USCIS, die dem Ministerium unterstellt ist, betreibt 20 dieser Büros. Sie sind unter anderem zu finden in Großbritannien, Mexiko, Südafrika, Italien, Indien und China. In Deutschland gibt es ein solches Büro in Frankfurt.

Einsparungen zugunsten der Visa-Bearbeitung

US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen | Bildquelle: REUTERS
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Heimatschutzministerin Nielsen lässt derzeit Gespräche über die Schließung der Einwanderungsbüros führen.

"Wir müssen sparen, wollen unsere Ressourcen lieber im eigenen Land einsetzen", erklärte eine USCIS-Sprecherin. Ziel ist demnach die Einsparung von mehreren Millionen Dollar pro Jahr. Das eingesparte Geld soll unter anderem in die Bearbeitung von Visa-Anträgen in den USA fließen, um den dort herrschenden Rückstau abzubauen.

Aktuell liefen erste Gespräche über eine mögliche Schließung der Büros. USCIS werde eng mit dem US-Außenministerium zusammenarbeiten, um Beeinträchtigungen bei Dienstabläufen im Ausland zu vermeiden.

Zahlreiche Betroffene

Die Schließung träfe unter anderem diejenigen Menschen, die in die USA einwandern wollen. Die Arbeit der Büros umfasst auch internationale Adoptionen, Familiennachzug, die Einbürgerung von US-Soldaten im Ausland oder die die Bearbeitung der Anträge von Flüchtlingen, die zu ihren Verwandten in den USA ziehen wollen. Ebenso bearbeiten die Büros Fälle, in denen Nicht-Amerikaner in die USA zurückkehren wollen, nachdem sie das Land zeitweise verlassen haben.

All diese Aufgaben sollen schrittweise auf die Konsulate in den verschiedenen Ländern übertragen werden. Ein früherer Direktor der Behörde kritisierte die Entscheidung. Sie verschärfe noch einmal die isolationistische Tendenz der Regierung von Präsident Donald Trump. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights First kritisieren, dass Flüchtlinge im Falle einer Schließung der Büros weniger Anlaufstellen hätten.

Mit Informationen von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 13. März 2019 um 12:13 Uhr.

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