paul whelan | Bildquelle: REUTERS

Inhaftierter US-Bürger Russland gewährt konsularischen Zugang

Stand: 02.01.2019 19:33 Uhr

Dem in Russland festgenommenen US-Bürger Whelan ist konsularischer Besuch gewährt worden. Das teilte das Außenministerium in Moskau mit. Der russische Inlandsgeheimdienst wirft dem Ex-Soldaten Spionage vor.

Russland hat den USA nach eigenen Angaben konsularischen Zugang zu einem unter Spionageverdacht festgenommenen US-Bürger gewährt. Das russische Außenministerium teilte laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti mit, der 48-jährige Paul Whelan sei von US-Vertretern besucht worden.

Zuvor hatte US-Außenminister Mike Pompeo nachdrücklich Zugang zu dem Inhaftierten gefordert. Die US-Regierung wolle erfahren, was dem Mann vorgeworfen werde. Wenn seine Inhaftierung nicht rechtmäßig sei, werde man seine sofortige Freilassung verlangen, sagte er am Rande eines Brasilienbesuchs.

Umstände der Festnahme unklar

Whelan war nach Angaben des russischen Inlandsgeheimdiensts FSB am Freitag in Moskau festgenommen worden. Man habe ihn auf frischer Tat "bei einem Akt der Spionage" ertappt, hatte der FSB mitgeteilt. Nähere Angaben zu den Umständen wurden nicht gemacht.

Der in Kanada geborene Whelan ist ein früherer US-Marineinfanterist und beim Autozulieferer BorgWarner mit Sitz in Detroit derzeit für die internationale Sicherheit verantwortlich. Seine Familie weist die russischen Spionagevorwürfe zurück. Ihren Angaben zufolge hielt der 48-Jährige sich in Moskau auf, um an einer Hochzeit teilzunehmen. 

Beziehungen angeschlagen

In den angespannten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sorgen Spionagefälle für zusätzlichen Konfliktstoff. Die US-Geheimdienste werfen Moskau Einmischung in die Präsidentschaftswahl 2016 vor. Der US-Sonderermittler Robert Mueller ließ im Zuge seiner Russland-Ermittlungen bisher 25 russische Staatsbürger anklagen, darunter Angehörige des Militärgeheimdienstes GRU. Ein tiefes Zerwürfnis verursachte auch der Nervengiftanschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien, für den die britischen Behörden Moskau verantwortlich machen. Der Kreml weist dies jedoch zurück.

Bei einer Verurteilung drohen Whelan zwischen zehn und 20 Jahren Haft, hieß es in der FSB-Mitteilung, aus der die Agentur Tass zitierte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Januar 2019 um 09:00 Uhr.

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