Eine Flagge der Vereinigten Staaten weht auf dem Dach des Weißen Hauses | Bildquelle: dpa

Rücktritte in US-Regierung Es wird einsamer um Trump

Stand: 08.01.2021 08:37 Uhr

In zwölf Tagen endet die Amtszeit von US-Präsident Trump, doch auf den letzten Metern häufen sich die Rücktritte: Nach den Krawallen am Kapitol legte auch Bildungsministerin DeVos ihr Amt nieder. Wie zuvor einige andere.

Nach der Randale am Sitz des US-Kongresses hat sich die Serie von Rücktritten aus der Regierung des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump fortgesetzt. Zuletzt erklärte Bildungsministerin Betsy DeVos ihren Rücktritt. Im einem von mehreren US-Medien veröffentlichten Brief an den Präsidenten warf sie diesem eine Mitverantwortung für den Gewaltausbruch vor.

Es lasse sich nicht verkennen, dass dessen Rhetorik die Lage in der US-Hauptstadt beeinflusst habe, schrieb sie. Zuvor hatte bereits Verkehrsministerin Elaine Chao ihren Rücktritt erklärt. Die Erstürmung des Kapitols nach einer Trump-Rede sei "ein traumatisches und absolut vermeidbares Ereignis" gewesen, betonte sie. "Es hat mich zutiefst und in einer Weise aufgewühlt, die ich einfach nicht verdrängen kann."

Auch mehrere Berater zurückgetreten

Als Reaktion auf die Ausschreitungen waren auch bereits der US-Sondergesandte für Nordirland und ehemalige Stabschef im Weißen Haus, Mick Mulvaney, der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater Matt Pottinger und die Sprecherin von First Lady Melania Trump, Stephanie Grisham, zurückgetreten. "Diejenigen, die bleiben, und ich habe mit einigen gesprochen, tun dies nur, weil sie fürchten, dass der Präsident jemand Schlimmeren an ihre Stelle setzen könnte", sagte Mulvaney.

Die Amtszeit Trumps und seiner Regierung läuft allerdings ohnehin am 20. Januar, also in weniger als zwei Wochen, ab. An diesem Tag soll der neugewählte Präsident Joe Biden vereidigt werden.

Inzwischen verurteilte Trump die Randale

Trump-Unterstützer waren am Mittwoch gewaltsam in das Kapitol eingedrungen. Trump hatte zuvor bei einer Demonstration in Washington seine Anhängerschaft mit der Wiederholung seiner unbelegten Behauptung angestachelt, bei der Wahl im November habe es massive Betrügereien gegeben. Wegen der anschließenden Randale musste der Kongress eine Sitzung zur formellen Bestätigung des Wahlausgangs unterbrechen.

Inzwischen verurteilte Trump die Ausschreitungen und kündigte strafrechtliche Konsequenzen für die Täter an. Wegen des Gewaltexzesses sieht er sich mit Forderungen aus dem Kongress nach seiner Entmachtung noch vor dem 20. Januar konfrontiert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Januar 2021 um 09:00 Uhr.

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