US-Präsident Donald Trump nach seiner Rede am ersten Tag des Parteitags der US-Republikaner in Charlotte, North Carolina | David T Foster III/POOL/EPA-EFE/

Parteitag der US-Republikaner Ringsherum nichts als Feinde

Stand: 25.08.2020 07:05 Uhr

Die US-Demokraten: gefährliche Sozialisten. Das Ausland: ist Schuld am Coronavirus. Die Redner am ersten Tag des Parteitags der Republikaner zeichneten ein düsteres Bild - mit Trump als Heilsbringer.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Mark und Patty McCloskey aus St.Louis hatten im Juli zur Waffe gegriffen, als eine Black-Lives-Matter-Demonstration auf dem Weg zur Bürgermeisterin der Stadt in ihr umzäuntes Viertel einfiel. Die Rechtanwälte für Schadensersatz hatten Angst. Im Livestream des Parteitags der Republikaner machte Mark McCloskey die politischen Gegner, die Demokraten verantwortlich.

Torsten Teichmann ARD-Studio Washington

"Diese Radikalen geben sich nicht damit zufrieden, durch die Straßen zu marschieren." Sie wollten in die Hallen des Kongress, sie planten eine Übernahme, so der Vorwurf. "Sie wollen Macht. Es ist die Partei von Joe Biden. Diese Menschen würden Verantwortung tragen für Eure Zukunft und die Zukunft Eurer Kinder." Die Schmähung der US-Demokraten war das Leitmotiv am ersten Tag der Convention der Republikaner.

"Wir müssen gewinnen"

Vor der Übertragung am Abend war Präsident Donald Trump nach Charlotte in North Carolina geflogen. Dort waren 336 Delegierte für wenige Stunden persönlich zusammengekommen, um den Präsidenten und Vizepräsident Pence offiziell für die Wahl im November zu nominieren. "Wir müssen gewinnen", forderte Trump. "Das ist die wichtigste Wahl in der Geschichte unseres Landes."

Er erklärte, der nächste Präsident könnte womöglich drei, vier oder gar fünf Richter an den obersten Gerichtshof berufen. Sein Kontrahent Biden würde das vergeigen: "Die radikale Linke wird verlangen, dass er superradikale, linke, wilde, verrückte Richter am Obersten Gerichtshof beruft. Euer amerikanischer Traum ist erledigt, wenn das passiert. Erledigt."

Trump als Bollwerk gegen des Sozialismus

Sozialismus - der Vorwurf wird immer wieder gegen die Demokraten erhoben. Und die Angstvorstellung zieht in Teilen der amerikanischen Bevölkerung. Die Lösung sei der amtierende US-Präsident, erklärt die frühere US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen Nikki Haley: "Doch Präsident Trump führt in eine neue Ära der Möglichkeiten. In der Zeit, bevor das kommunistische China uns das Coronavirus gab, haben wir jeden wirtschaftlichen Rekord gebrochen." Die Pandemie sei ein Rückschlag, aber nicht für lang, so Haley. "Präsident Trump hat unsere Wirtschaft wieder aufgebaut. Und er wird es wieder tun."

Das ist der Kontrast, den die Parteitagsregie zeigen will. Die Kritik an Trumps Verhalten in der Corona-Pandemie wird umgedreht: Die USA sind das Opfer. Die Kritiker würden das Land nur verraten. Aber der Präsident trete an, die westliche Zivilisation zu verteidigen.

"Das Beste kommt erst noch"

So sagt es der YouTuber und Aktivist Charlie Kirk. So ruft es die Fernsehmoderatorin Kimberly Guilfoyle allen entgegen: "Meine Damen und Herren, Anführer und Kämpfer für Freiheit und den amerikanischen Traum. Das Beste kommt erst noch."

In drei Tagen und nach drei weiteren Livestreams will Trump die Nominierung der Republikaner offiziell annehmen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. August 2020 um 09:00 Uhr.