Geschäft in der US-Stadt Niles, das einen Räumungsverkauf ankündigt | Bildquelle: AP

Plan der US-Republikaner Eine Billion Dollar gegen die Krise

Stand: 28.07.2020 07:21 Uhr

Millionen Amerikaner haben in der Coronakrise ihre Jobs verloren und sind auf Unterstützung der Regierung angewiesen. Die Partei von Präsident Trump will ein neues Hilfsprogramm auflegen - und gleichzeitig die Arbeitslosenhilfe kürzen.

Seit Beginn der Coronakrise in den USA haben 20 Millionen Menschen ihre Arbeit verloren, viele sind seitdem auf Sozialleistungen angewiesen. Nun hat die republikanische Partei von Präsident Donald Trump ihren Vorschlag für ein weiteres Corona-Hilfspaket im Umfang von etwa einer Billion US-Dollar (860 Milliarden Euro) vorgestellt.

"Das amerikanische Volk braucht mehr Hilfe", sagte der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell. Die Unterstützung müsse aber "sorgfältig zugeschnitten" sein, während das Land mit einem Fuß in der Pandemie und mit dem anderen Fuß in der Erholung der Wirtschaft stecke.

Direktzahlung von 1200 Dollar - für "die meisten"

Unter anderem sollen "die meisten" US-Bürger erneut eine Direktzahlung von 1200 Dollar erhalten, sagte der republikanische Senator Chuck Grassley. Gleichzeitig solle die wöchentliche Arbeitslosenhilfe aber auf 200 Dollar reduziert werden.

Die zum Monatsende auslaufende Unterstützung in Höhe von 600 US-Dollar, die Arbeitssuchende derzeit zusätzlich zu der von den Bundesstaaten ausgezahlter Hilfe bekommen, führe dazu, dass die Menschen sich darauf ausruhten, sagte Grassley: "Die Leute werden nicht arbeiten. Und was dieses Land braucht, sind mehr Arbeiter."

Das ist eine zentrale Forderung vieler Republikaner: Die Menschen bräuchten einen Anreiz, wieder zur Arbeit zu gehen. Es solle keine pauschalen Zuschüsse mehr geben, sondern Lohnersatzzahlungen in Höhe von 70 Prozent. 

Chuck Grassley | Bildquelle: AP
galerie

Wer zu viel Hilfe bekomme, ruhe sich aus, sagt Senator Grassley.

Demokraten fordern mehr Geld

Doch selbst innerhalb der Partei von US-Präsident Trump ist dieser Entwurf umstritten. Und die Zeit für eine Einigung mit den Demokraten ist knapp. Am Freitag läuft die Arbeitslosenhilfe des Bundes aus. Das neue Paket aber braucht die Zustimmung der Demokraten, weil sie im Repräsentantenhaus die Mehrheit besitzen. Sie verlangen jedoch deutlich höhere Ausgaben, um die Auswirkungen der Corona-Krise zu kompensieren. Im Mai hatten die Demokraten ein Paket über 3,7 Billionen Dollar vorgelegt, waren damit aber gescheitert.

Die Corona-Pandemie hat die US-Wirtschaft schwer getroffen. Mit bereits beschlossenen Konjunkturprogrammen sollten fast drei Billionen Dollar in die US-Wirtschaft gepumpt werden - mehr als zehn Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung.

Doch angesichts weiter steigender Infektionszahlen ist eine Ende der Krise nicht absehbar. Mehr als vier Millionen US-Amerikaner haben sich mit dem Coronavirus infiziert, fast 147.000 Menschen sind bislang an Covid-19 verstorben.

Mit Informationen von Marcus Schuler, ARD-Studio Washington

Republikaner legen Entwurf für neues Corona-Hilfspaket vor
Marcus Schuler, ARD San Francisco
28.07.2020 07:01 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. Juli 2020 um 07:23 Uhr.

Darstellung: