Öltanks von "Colonial Pipeline" stehen neben der Autobahn I-95 in New Jersey. | via REUTERS

Hackerangriff auf Pipeline USA erklären regionalen Notstand

Stand: 10.05.2021 08:12 Uhr

Vergangene Woche legte ein Cyberangriff die größte Pipeline der USA lahm - das Hauptsystem ist noch immer außer Betrieb. Jetzt hat die US-Regierung den regionalen Notstand ausgerufen.

Nach dem Hackerangriff auf die größte Pipeline der USA hat die Regierung in Washington den regionalen Notstand ausgerufen. Ziel sei es, "den sofortigen Transport von Benzin, Diesel, Kerosin und anderen Erdölprodukten" sicherzustellen, erklärte das US-Transportministerium. Das gesamte Rohrleitungsnetz der Betreiberfirma Colonial musste vorübergehend stillgelegt werden.

Colonial mit Sitz im Bundesstaat Georgia ist der größte Pipeline-Betreiber in den USA. Die Colonial-Pipeline ist gemessen am transportierten Volumen die größte US-Pipeline. Jeden Tag fließen mehr als 2,5 Millionen Barrel (ein Barrel sind 159 Liter) an Benzin, Diesel, Kerosin und anderen Erdölprodukten durch die Rohrleitungen. Die Pipeline führt über gut 8800 Kilometer von Houston in Texas bis nach New York an der US-Ostküste und versorgt etwa 50 Millionen Verbraucher.

Hauptsystem weiter außer Betrieb

Durch die regionale Notstandserklärung kann nun Treibstoff über die Straße in die betroffenen Bundesstaaten transportiert werden - darunter Florida, Texas, New York, Washington und Pennsylvania. Denn auch zwei Tage nach dem Cyberangriff konnte Colonial bisher nur einige kleinere Versorgungsleitungen wieder öffnen, das Hauptsystem war weiter außer Betrieb.

Bei der Cyberattacke setzten die Angreifer nach Unternehmensangaben eine sogenannte Ransomware ein. Mit einem solchen Schadprogramm versuchen Hacker, Computersysteme zu sperren oder zu verschlüsseln und von den Nutzern Geld für die Freigabe der Daten zu erpressen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Mai 2021 um 08:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Alice et Ayşe Weidel 10.05.2021 • 14:30 Uhr

@ Sparpaket

Das kann man auch als Terroranschlag ansehen. Trotzdem ist mir in einem hybriden Krieg ein Hackerangriff auf eine Pipeline lieber, als ein brutaler Mord auf einen russischen Regime-Gegner im kleinen Tiergarten in Berlin. Wir wollen eigentlich diese Angriffe gar nicht, aber wir können uns ihnen auch nicht entziehen. Hauptsache, wir selbst verüben keine solchen Anschläge im Ausland (virtuell oder physisch).