Internet-Kabel

Breitband-Internet USA gegen bezahlte "Überholspuren"

Stand: 03.02.2015 08:53 Uhr

Konzerne möchten ein Internet mit einer bezahlten "Überholspur" anbieten. Für sie ist das ein Geschäftsmodell, für die amerikanischen Telekom-Aufseher jedoch ein Schritt gegen die Netzneutralität. Deswegen wollen sie gegen diese "Überholspuren" vorgehen.

Die amerikanischen Telekom-Aufseher wollen Anbieter von Breitband-Anschlüssen wie Telekommunikationsunternehmen behandeln. So wollen sie Medienberichten zufolge gegen bezahlte "Überholspuren" im Internet vorgehen. Das wäre ein Erfolg für die Befürworter der sogenannten Netzneutralität, nach der alle Arten von Daten gleich behandelt werden müssen.

Wie die "New York Times" und das "Wall Street Journal" berichten, hätte die Regulierungsbehörde FCC auf diese Weise mehr Regulierungsmöglichkeiten als heute.

Obama für Netzneutralität

Präsident Barack Obama hatte die FCC im November zu einem harten Vorgehen zum Schutz der Netzneutralität aufgefordert. Das Internet sei für die meisten Amerikaner längst ein Mittel der alltäglichen Kommunikation geworden. Das sei mit dem Ausschluss bestimmter Internetleistungen nicht vereinbar.

Die Internet-Anbieter erklären, die bezahlten "Überholspuren" seien für Dienste gedacht, die eine schnelle und gesicherte Datenübertragung erfordern. Das wäre zum Beispiel im Krankenhaus oder bei der Verkehrsaufsicht der Fall. Die großen Serviceanbieter wie Comcast oder AT&T befürchten, eine Gleichstellung mit Versorgungsunternehmen gefährde nicht nur ihr Geschäftsmodell, sondern auch ihre Investitionen in Breitband-Internetanbindungen. Leidtragende wären letztlich Kunden, die im Zweifel gar keinen Anschluss an das schnelle Internet erhalten könnten.

Der Vorschlag zur Netzneutralität soll in den nächsten Wochen bei der Regulierungsbehörde diskutiert werden. Mit einer Entscheidung ist Berichten zufolge bis Ende Februar zu rechnen.

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