Mehrere Personen umarmen sich an der US-mexikanischen Grenze zwischen Sunland Park (im US-Bundesstaat New Mexico) und Ciudad Juarez. | Bildquelle: AFP

US-mexikanische Grenze Familientreffen für drei Minuten

Stand: 14.10.2018 07:40 Uhr

Hunderte Familien wurden an der US-mexikanischen Grenze zusammengeführt - allerdings nur für wenige Minuten. US-Präsident Trump setzt dennoch weiterhin auf Abschreckung bei der illegalen Einwanderung.

Mehr als 240 durch die Grenze zwischen den USA und Mexiko getrennte Familien haben ein Wiedersehen gefeiert - wenn auch nur ein kurzes. An der extra dafür geöffneten Grenze nahe der mexikanischen Stadt Ciudad Juárez und Sunland Park im US-Staat New Mexico konnten rund 1500 Menschen für drei Minuten ihre Verwandten in die Arme schließen.

Die Familien wurden durch Abschiebungen und Auswanderung getrennt. Zum sechsten Mal ermöglichte die Menschenrechtsgruppe "Border Network For Human Rights" Zusammentreffen unter dem Motto "Umarmungen, keine Mauern". Zum ersten Mal wurde dabei eine Tür in der fünf Meter hohen Grenzmauer geöffnet.

Ein US-Grenzschützer öffnet ein Tor an der Grenze zu Mexiko. | Bildquelle: AFP
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Zum ersten Mal wurde eine Tür in der fünf Meter hohen Grenzmauer zwischen Ciudad Juárez und Sunland Park für Familienzusammenführungen geöffnet.

Jahrelang auf diesen Moment gewartet

Sie sei "sehr glücklich", nach fünf Jahren endlich wieder ihre Cousinen umarmen zu können, sagte die 46-jährige Josefa Magalde aus Ciudad Juárez. Ihre Cousinen aus El Paso sind illegal in die USA eingewandert und können daher nicht aus- und wieder einreisen. Drei Minuten lang konnten sie sich nun unter der Aufsicht von Beamten der US-Grenzpolizei und der mexikanischen Bundespolizei umarmen, bevor sie wieder getrennt wurden.

Das Verhältnis zwischen den USA und Mexiko bleibt jedoch angespannt. US-Präsident Donald Trump will an der Grenze eine Mauer errichten, um illegale Einwanderung und Drogenschmuggel zu verhindern. Er setzt auch weiterhin auf Abschreckung.

Donald Trump,  Kirstjen Nielsen und Mike Pence | Bildquelle: AFP
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Nach anhaltender Kritik hatte Trump im Juni per Dekret angeordnet, Kindern illegal Eingereister nicht mehr von ihren Eltern zu trennen.

Trump setzt auf Abschreckung

Die Trennung von Migrantenfamilien an der Grenze sei geeignet, illegale Einwanderung in die USA zu stoppen, sagte Trump vor Journalisten in Washington. "Wenn sie das Gefühl haben, dass sie getrennt werden, dann kommen sie nicht." Der US-Präsident äußerte sich nicht dazu, ob er die umstrittene Praxis, Kinder von ihren Eltern zu trennen, wieder einführen will. Es würden verschiedene Dinge geprüft, die sich mit illegaler Einwanderung befassten. "Wir werden tun, was immer wir können, um sie zu verlangsamen."

Nach massiver Kritik hatte Trump im Juni die Praxis gestoppt, Kinder illegal Eingereister von ihren Eltern zu trennen. Insgesamt waren rund 2600 Kinder betroffen. Einige Vertreter der Regierung äußerten sich positiv über diese Praxis. Sie sei ein wirksames Mittel gegen die illegale Einwanderung. Die Sprecherin des Heimatschutzministeriums Katie Waldman sprach am Samstag von einer Krise an der Grenze zu Mexiko. Immer mehr Erwachsende mit Kindern gelangten illegal ins Land.

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