Fahne der Terrormiliz Islamischer Staat | Bildquelle: AFP

Diskussion um IS-Kämpfer Trump verweigert Dschihadistin Rückkehr

Stand: 21.02.2019 04:02 Uhr

Mit seiner Forderung nach Rückholung von IS-Kämpfern hat der US-Präsident eine Debatte losgetreten. Doch einer Dschihadistin, die zurück in die USA will, verweigert Trump seinerseits die Rückkehr.

Sie war IS-Anhängerin, gibt sich inzwischen aber reumütig und will zurück in die USA: Der Fall Hoda Muthana zeigt, wie kompliziert die Lage beim Thema Rückholung von IS-Kämpfern ist. Die US-Regierung weigert sich, Muthana wieder aufzunehmen.

Hoda Muthana | Bildquelle: AP/Attorney Hassan Shibly
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Hoda Muthana möchte zurück in die USA.

US-Präsident Donald Trump schrieb dazu auf Twitter, er habe US-Außenminister Mike Pompeo "angewiesen", die 24-Jährige "nicht zurück ins Land zu lassen". Pompeo stimme ihm dabei "voll und ganz" zu, fügte Trump hinzu.

Streit über Staatsbürgerschaft

Pompeo sagte, die junge Frau sei keine US-Bürgerin und werde nicht in die USA gelassen. Sie habe keinen gültigen US-Pass und kein Anrecht auf einen. Die Frau verfüge auch nicht über ein Visum, um in die USA einzureisen.

Ihr Anwalt Hassan Shibly hatte der Zeitung "USA Today" gesagt, Muthana sei 1994 im US-Bundesstaat New Jersey geboren worden und habe die US-Staatsangehörigkeit. Bevor sie nach Syrien ausreiste, um sich dort der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) anzuschließen, hatte Muthana Medienberichten zufolge im US-Staat Alabama gelebt. Shibly warf der Regierung vor, sie ihrer Staatsbürgerschaft berauben zu wollen.

Muthana seit 2014 in Syrien

Die 24-Jährige gehört zu rund 1500 ausländischen Frauen und Kindern, die von Kurden im Flüchtlingslager Al-Hul festgehalten werden. Sie hatte sich in einem Interview der britischen Zeitung "Guardian" zu Wort gemeldet und ihre Hoffnung geäußert, in die USA zurückkehren zu können. Sie sei online radikalisiert worden und bereue nun ihre Entscheidung, sagte die Mutter eines 18 Monate alten Sohnes.

Muthana war nach eigenen Angaben 2014 über die Türkei nach Syrien in die damalige IS-Hochburg Al-Rakka gereist, wo sie einen australischen Dschihadisten heiratete. Als dieser getötet wurde, heiratete sie einen Tunesier, der bei der Schlacht um Mossul im Nordirak fiel. 2018 ging sie eine Ehe mit einem syrischen IS-Kämpfer ein.

Trump setzt Europäer unter Druck

In sozialen Medien verbreitete Muthana IS-Propaganda und wiegelte Anhänger gegen die USA auf. Sie zählte zu den prominentesten IS-Agitatoren. Sie gibt jetzt an, dass andere ihren Twitter-Account geführt hätten.

Trump hatte europäische Länder wie Deutschland zuvor dazu aufgerufen, mehr als 800 in Syrien gefangene IS-Kämpfer zurückzunehmen und vor Gericht zu stellen. Falls die Verbündeten nicht reagierten, seien die USA gezwungen, die Kämpfer auf freien Fuß zu setzen. Diese sind aber nicht in US-Gewahrsam, sondern in der Gewalt kurdischer Kräfte.

Trump verweigert Dschihadistin Rückkehr in die USA
Sebastian Schreiber, ARD Washington
21.02.2019 05:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Februar 2019 um 6:00 Uhr.

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