Der US-Flugzeugbauer Airbus ist von den neuen Iran-Sanktionen betroffen. | Bildquelle: REUTERS

Neue Sanktionen USA kappen Geschäfte mit dem Iran

Stand: 10.05.2018 11:12 Uhr

Die USA führen mit dem Ausstieg aus dem Iran-Abkommen wieder Sanktionen gegen das Land ein. Sie sollen ab August gelten. Dadurch seien auch Firmen außerhalb der USA betroffen, so Finanzminister Mnuchin.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Neue Geschäfte mit Iran seien nicht länger möglich, sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin. Für bestehende Verträge gebe es eine Übergangsfrist von 90 Tagen beziehungsweise 180 Tage für Ölgeschäfte. Er erklärte außerdem, dass durch indirekte Sanktionen auch Unternehmen außerhalb der USA betroffen sind, die mit Iran Handel treiben.

Das heißt, die USA setzen auch Verbündete wie Deutschland unter Druck, ihrer Iranpolitik zu folgen. Der neue US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell hatte deutschen Unternehmen gleich an seinem ersten Arbeitstag empfohlen, Geschäfte mit Iran herunterzufahren.

Mnuchin hatte bereits angekündigt, den europäischen Flugzeugbauern Airbus und ATR sowie dem amerikanischen Rivalen Boeing die Lizenz zum Verkauf von Passagiermaschinen an Iran zu entziehen. Damit steht die Bestellung von 200 Flugzeugen von IranAir mit einem Listenpreis von insgesamt 38,3 Milliarden Dollar auf der Kippe. Die Hälfte dieser Aufträge entfällt auf Airbus, 80 auf Boeing. Der US-Flugzeugbauer erklärte, mit der US-Regierung über die nächsten Schritte zu beraten. Die Produktion der Boeing 777 sei nicht abhängig von dem Großauftrag aus Iran. Airbus wollte die Auswirkungen zunächst prüfen.

USA wollen neues Abkommen

US-Präsident Donald Trump hatte gestern das Iran-Atomabkommen einseitig aufgekündigt und ein Memorandum für neue Wirtschaftssanktionen unterzeichnet. Trump argumentierte, der bisherige Vertrag hindere Iran nicht, in den Besitz einer Atombombe zu kommen.

Trumps Sicherheitsberater John Bolton wies den Vorwurf zurück, die US-Administration lege es auf einen Regimewechsel in Teheran an. Ziel sei ein neues Abkommen, das alle Probleme umfasse, wie zum Beispiel auch Irans Programm für ballistische Waffen. Dazu wollen die USA auch Gespräche führen mit Großbritannien, Frankreich und Deutschland sowie mit Japan, dem Irak und Israel.

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 10. Mai 2018 um 19:30 Uhr.

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