US-Präsident Donald Trump. | Bildquelle: AP

Konflikt mit dem Iran USA hatten weiteren Kommandeur im Visier

Stand: 11.01.2020 04:16 Uhr

Die USA hatten parallel zu der Tötung des iranischen Generals Soleimani offenbar noch einen weiteren Kommandeur im Visier - doch dieser Angriff schlug fehl. Soleimani plante laut US-Präsident Trump Angriffe auf vier Botschaften.

Die USA hatten Regierungskreisen zufolge parallel zu der gezielten Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani vergangene Woche eine weitere Person im Visier. Eine geheime Aktion sei im Bürgerkriegsland Jemen durchgeführt worden, sagten zwei US-Regierungsvertreter. Sie sei allerdings fehlgeschlagen. Die Aktion habe sich gegen den Iraner Abdul Reza Shahlai gerichtet, der Soleimani unterstellt war. Das US-Verteidigungsministerium wollte sich nicht zu den Informationen äußern. Zuerst hatte die "Washington Post" über den Vorgang berichtet.

Soleimani soll nach Angaben von Präsident Donald Trump Angriffe auf vier US-Botschaften geplant haben. Trump sagte im konservativen Nachrichtensender Fox News, er "glaube", dass vier Botschaften Ziel gewesen seien. "Es sollte wahrscheinlich die Botschaft in Bagdad sein." In den USA wird seit Tagen über die mutmaßlichen Anschlagspläne Soleimanis gestritten. Zur Begründung führte die US-Regierung an, der General habe unmittelbar bevorstehende Angriffe gegen US-Soldaten und Diplomaten in der Region geplant.

Pompeo: "Bedrohung umfasste Angriffe auf US-Botschaften"

Allerdings gibt es Zweifel an der Darstellung der Regierung, die Details zu Soleimanis mutmaßlichen Angriffsplänen nicht öffentlich machen will. US-Außenminister Mike Pompeo sagte, die Angriffe hätten sich gegen US-Einrichtungen in der Region einschließlich US-Botschaften und Militärstützpunkte gerichtet. "Wir hatten spezifische Informationen über eine unmittelbare Bedrohung, und diese Bedrohungen umfassten Angriffe auf US-Botschaften. Punkt."

Die Tötung des Generals hatte die Spannungen zwischen Washington und Teheran dramatisch verschärft und international Sorgen vor einem Krieg geweckt. Die oppositionellen US-Demokraten kritisierten den Drohnenangriff scharf und prangerten auch eine mangelhafte Unterrichtung des Kongresses an. Das von den Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus stimmte deswegen am Donnerstagabend für eine Resolution, die im Konflikt mit dem Iran Trumps militärische Vollmachten beschränken soll. 

US-Stützpunkt Ain al-Assad im Irak. (Archivbild vom Dezember 2019)
galerie

Der Iran hatte - als Reaktion auf die Tötung des Generals Soleimani - den US-Stützpunkt Ain al-Assad im Irak angegriffen. (Archivbild vom Dezember 2019)

Weitere US-Sanktionen gegen den Iran

Am Freitag hatte die USA neue Sanktionen gegen Teheran verhängt. Die Strafmaßnahmen betreffen unter anderem den Stahlsektor des Landes. Welche genauen Maßnahmen das sind, blieb unklar. Außerdem würden acht hochrangige Vertreter des iranischen Regimes mit Sanktionen belegt, die in die jüngsten Attacken auf US-Truppen involviert gewesen seien, sagte Pompeo. Es sind bereits äußerst strenge US-Sanktionen gegen den Iran in Kraft, die zuletzt im November verschärft wurden.

Erste Reaktionen in der islamischen Republik waren betont gelassen. Die neuen US-Maßmahmen seien "symbolisch", erklärte der Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohsen Rezaie. Sie hätten keine wirtschaftlichen Auswirkungen und würden der Regierung in Washington auch nicht mehr Respekt einbringen, so Rezaie, der auch persönlich von den Sanktionen betroffen ist.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Januar 2020 um 06:00 Uhr.

Darstellung: