Die US-Minister Pompeo und Mnuchin | Bildquelle: AFP

Druck auf Teheran USA verhängen neue Sanktionen gegen Iran

Stand: 10.01.2020 17:32 Uhr

Die USA haben Sanktionen gegen die Stahlbranche des Iran sowie acht Vertreter der Regierung in Teheran verhängt. Grund sind die Angriffe auf US-Stützpunkte im Irak.

Nach den iranischen Angriffen auf US-Stützpunkte im Irak haben die USA neue Sanktionen gegen Teheran verhängt. Das teilten US-Außenminister Mike Pompeo und Finanzminister Steven Mnuchin in Washington mit. Die Strafmaßnahmen betreffen demnach unter anderem den Stahlsektor des Landes. Welche genauen Maßnahmen das sind, blieb unklar. Außerdem würden acht hochrangige Vertreter des iranischen Regimes mit Sanktionen belegt, die in die jüngsten Attacken auf US-Truppen involviert gewesen seien, sagte Pompeo. Es sind bereits äußerst strenge US-Sanktionen gegen den Iran in Kraft, die zuletzt im November verschärft wurden.

Erste Reaktionen in der islamischen Republik waren betont gelassen. Die neuen US-Maßmahmen seien "symbolisch", erklärte der Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohsen Rezaie. Sie hätten keine wirtschaftlichen Auswirkungen und würden der Regierung in Washington auch nicht mehr Respekt einbringen, so Rezaie, der auch persönlich von den Sanktionen betroffen ist.

Eskalation nach gezielter Tötung

Die Lage am Persischen Golf war eskaliert, nachdem die USA den iranischen General Kassem Soleimani Ende vergangener Woche in Bagdad gezielt getötet hatten. Der Iran hatte in der Nacht zum Mittwoch mit einem - angekündigten - Angriff auf zwei von den USA genutzte Militärstützpunkte im Irak geantwortet. Tote gab es dabei nicht. Danach hatten Trump und Irans Präsident Hassan Ruhani angekündigt, den Konflikt zunächst auf politischer Ebene führen zu wollen.

Trump kündigte als Antwort auf den Vergeltungsschlag der Iraner jedoch am Mittwoch weitere Wirtschaftssanktionen gegen den Iran an. Am Donnerstag sagte der US-Präsident, bestehende Sanktionen seien bereits verschärft worden. Er nannte aber keinerlei Details, sondern verwies auf eine spätere Bekanntmachung.

US-Stützpunkt Ain al-Assad im Irak. (Archivbild vom Dezember 2019)
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Der Iran hatte - als Reaktion auf die Tötung des Generals Soleimani - den US-Stützpunkt Ain al-Assad im Irak angegriffen. (Archivbild vom Dezember 2019)

Maximaler Druck

Trump hatte 2018 das mühsam ausgehandelte internationale Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufgekündigt, weil es aus seiner Sicht nicht weit genug geht. Die Amerikaner versuchen seitdem, Teheran mit einer "Kampagne maximalen Drucks" in die Knie zu zwingen und haben nach und nach massive Wirtschaftssanktionen gegen das Land verhängt. Die bereits verhängten US-Sanktionen zielen insbesondere auf den Ölsektor und der Bankensektor ab - die beiden Lebensadern der iranischen Volkswirtschaft. Die Amerikaner wollen den Iran so dazu drängen, sein Raketenprogramm aufzugeben.

Sie werfen Teheran auch vor, wesentlicher Förderer von Terroristen im Nahen Osten zu sein. Zuletzt wurden die US-Sanktionen aber immer kleinteiliger. Die Strafmaßnahmen aus Washington setzen dem Iran bereits seit langem zu und haben dort eine Wirtschaftskrise ausgelöst. Die iranische Führung spricht von einem "Krieg gegen die Wirtschaft" ihres Landes.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. Januar 2020 um 18:00 Uhr.

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