Ein angegriffener Öltanker im persischen Golf. | Bildquelle: AP

Angriffe auf Handelsschiffe USA planen Koalition gegen den Iran

Stand: 10.07.2019 07:16 Uhr

Nach den Angriffen auf Handelsschiffe im Persischen Golf wollen die USA eine Koalition von Staaten dazu bringen, gemeinsam die Routen zu schützen. Die Regierung in Washington vermutet den Iran hinter den Attacken.

Die USA planen eine internationale Militärkoalition, um Handelsschiffe auf viel genutzten Wasserwegen im Nahen Osten vor dem Iran zu schützen. Das Pentagon habe einen Plan entwickelt, um mögliche Bedrohungen im Persischen Golf, an der Arabischen Halbinsel und am Horn von Afrika festzustellen, sagte der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs, Joseph Dunford, auf dem Militärposten Fort Myer im Bundesstaat Virginia.

Er glaube, innerhalb einiger Wochen werde klar sein, welche Länder sich der Koalition anschließen wollten. Es gehe darum, die "Freiheit der Schifffahrt" zu sichern.

USA wollen Informationen bereitstellen

Das US-Militär soll Dunfords Angaben zufolge hauptsächlich den Schiffen von Koalitionspartnern, die Patrouillen auf kritischen Wasserwegen fahren, Informationen zur Verfügung stellen.

Die USA machen für einen Angriff auf Tanker im Juni den Iran verantwortlich. Die Regierung in Teheran weist dies zurück. Die Spannungen haben sich seitdem insbesondere durch den Abschuss einer US-Drohne durch den Iran weiter verschärft. Der Golf von Oman liegt an Wasserstraßen, die für die weltweiten Öl-Lieferungen von zentraler Bedeutung sind.

Mark Esper, der amtierende US-Verteidigungsminister, hatte das Thema bereits bei einem Treffen im Hauptquartier der NATO im Juni zur Sprache gebracht. Damals hatten keine anderen Länder Zusagen treffen wollen.

Uranumwandlungsanlage in Isfahan (Archivbild) | Bildquelle: picture-alliance/ dpa
galerie

Der Iran hat Uran höher angereichert als im Atomabkommen erlaubt.

IAEA berät über Iran

Der Iran ist auch Thema heute bei Beratungen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien. Diplomaten aus 35 Ländern kommen im Gouverneursrat zusammen. Beschlüsse des Spitzengremiums sind zwar nicht zu erwarten. Es wird aber davon ausgegangen, dass es einen Appell an Teheran geben wird, die Schritte der vergangenen Tage rückgängig zu machen.

Der Iran hatte zuletzt die Menge an erlaubtem Uran und die Obergrenze bei dessen Anreicherung überschritten - beides zentrale Auflagen aus dem 2015 in Wien verabschiedeten Atomabkommen. Mit diesem Teilausstieg will das Land die verbliebenen Partner des Deals dazu drängen, auf seine Wünsche nach wirtschaftlicher Zusammenarbeit einzugehen. Dieses Ziel ist durch den US-Ausstieg aus dem Abkommen und die Sanktionen unter anderem gegen den Ölexport Irans aber kaum noch zu erreichen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. Juli 2019 um 03:00 Uhr.

Darstellung: