US-Außenminister Mike Pompeo steht an einem Rednerpult auf einem Rollfeld vor einem Flugzeug der US-Airforce. | Bildquelle: AP

Plan von Pompeo USA wollen Koalition gegen den Iran

Stand: 24.06.2019 14:28 Uhr

Im Konflikt mit dem Iran wollen die USA eine weltweite Koalition aufbauen, die bereit sein soll, den "größten Sponsor des Terrors auf der Welt" zurückzudrängen. Der Iran droht mit weiteren Drohnen-Abschüssen.

Die USA wollen ein weltweites Bündnis gegen den Iran aufbauen. US-Außenminister Mike Pompeo sprach von "einer Koalition, die sich nicht nur über die Golfstaaten erstreckt, sondern auch über Asien und Europa".

Diese solle bereit sein, den "größten Sponsor des Terrors auf der Welt" zurückzudrängen, sagte Pompeo vor einer Reise nach Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Mit beiden Ländern will er über eine gemeinsame strategische Linie reden.

Deutschland wurde bisher noch nicht offiziell zur Beteiligung an der Koalition aufgefordert. Man habe die Initiative Pompeos lediglich "über die Medien zur Kenntnis genommen", sagte der stellvertretende Sprecher des Auswärtigen Amts, Christopher Burger.

Der US-Plan erinnert an die "Koalition der Willigen", die den Angriff der Vereinigten Staaten auf den Irak im März 2003 unterstützte. Der Militäreinsatz führte zum Sturz des damaligen irakischen Diktators Saddam Hussein.

Sanktionen und Gesprächsbereitschaft

Laut Pompeo treten im Laufe des Tages außerdem neue Sanktionen gegen den Iran in Kraft. Die USA wollen das Land demnach daran hindern, Atomwaffen und Raketen zu bauen. So soll dafür gesorgt werden, dass US-amerikanische Interessen gewahrt würden und Amerikaner weltweit sicher seien.

US-Präsident Donald Trump hatte die neuen Sanktionen am Wochenende per Twitter angekündigt. In einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Senders NBC sagte Trump allerdings auch, er sei "ohne Vorbedingungen" zu Gesprächen mit dem Iran bereit.

Warnung vor Eskalation

Russland kritisierte die neuen Sanktionen der USA gegen den Iran. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow nannte sie "gesetzeswidrig". Zuletzt hatte Präsident Wladimir Putin vor einer weiteren Eskalation des Konflikts gewarnt. Sollten die Amerikaner den Iran angreifen, hätte das nach den Worten von Putin katastrophale Folge.

"Werden vernichtende Antwort geben"

Soldaten der iranischen Luftwaffe bei einer Militärparade in Teheran | Bildquelle: ABEDIN TAHERKENAREH/EPA-EFE/REX
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Iranische Streitkräfte: "Fähigkeiten zu weiteren Drohnenabschüssen"

Unterdessen hat der Kommandeur der iranischen Marine den USA mit weiteren Drohnen-Abschüssen gedroht. Die iranischen Streitkräfte hätten die Fähigkeit dazu, sagte Konteradmiral Hossein Chansadi laut der halbamtlichen Nachrichtenagentur Tasnim. Iran werde immer eine "vernichtende Antwort geben ... und der Feind weiß das".

Der Iran hatte am vergangenen Donnerstag eine amerikanische Aufklärungsdrohne abgeschossen, nach eigenen Angaben im iranischen Luftraum. Die USA erklärten, der Abschuss sei im internationalen Luftraum erfolgt. Präsident Donald Trump stoppte einen bereits angelaufenen Gegenschlag.

Iran: Cyberangriffe abgewehrt

Medienberichten zufolge hatte das US-Verteidigungsministerium daraufhin am Donnerstag mit einem seit längerem geplanten Cyber-Angriff gegen den Iran begonnen. Dieser habe das iranische Raketenstartsystem außer Kraft gesetzt, berichtete die "Washington Post".

Nach Angaben der iranischen Regierung wurden die Angriffe allerdings abgewehrt. Die USA versuchten es immer wieder, hätten aber keinen Erfolg gehabt, teilte der iranische Telekommunikationsminister Mohammed Dschawad Asari Dschahromi per Twitter mit.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. Juni 2019 um 11:45 Uhr.

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