Amerikaner genießen ein Feiertagsmittagessen in einem Freiluftrestaurant in Manhattan Beach, Kalifornien, am US-Unabhängigkeitstag. | Bildquelle: AFP

US-Unabhängigkeitstag No beach, no party

Stand: 05.07.2020 13:13 Uhr

Der Unabhängigkeitstag in den USA galt als Prüfstein für den Umgang mit dem Coronavirus. Experten befürchten einen rasanten Anstieg, sollte es viele Partys geben. Tatsächlich herrschte vielerorts verhaltene Feierlust.

Von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

Ein gelber Ford Oldtimer mit einer Drehorgel fährt im Schrittempo durch die Straßen in Los Angeles. Eine Autoparade zum 4. Juli, die Fahrzeuge sind mit USA-Flaggen geschmückt - hinterher fährt auch die Polizei - winkt den Familien in den Vorgärten zu.

Normalerweise wird hier der 4. Juli mit viel Pomp gefeiert: Tanzgruppen, Musik Blaskapellen - alles sehr patriotisch. Doch durch das Coronavirus fällt diese Parade und viele andere in Kalifornien aus, es bleibt beim kleinen Autocorso.

Gouverneur warnte vor Partys

Der Gouverneur Kaliforniens, Gavin Newsom, hatte seine Bürger eindringlich gebeten, von Partys mit Freunden und Bekannten abzusehen. Bereits nach dem Vatertag und Memorial Day habe man gesehen, dass die Zahl der Covid-19-Fälle nach oben geschnellt sei - vermutlich durch Grillfeiern und Partys, bei denen sich viele Menschen eng auf einem Raum befunden hätten.

Kalifornien gehört zu den Staaten, die sich am Anfang der Pandemie gut geschlagen haben, relativ niedrige Fallzahlen, keine hohe Auslastung in den Kliniken. Das hat sich geändert - 6000 neue Fälle an einem Tag wurden als Rekordzahl im Juli vermeldet. Über 6000 Tote durch Covid-19 gibt es zu beklagen.

Die Strände und Piers des Los Angeles County, einschließlich Manhattan Beach, sind bis zum Feiertagswochenende am 4. Juli geschlossen. | Bildquelle: AFP
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Die Strände und Piers des Los Angeles County, einschließlich Manhattan Beach, wurden über das Feiertagswochenende geschlossen.

Strände wurden geschlossen

Am Independence-Day-Wochenende wurden deswegen viele Strände vorsorglich geschlossen. Das heißt, die Parkplätze davor wurden dicht gemacht, Warnschilder aufgestellt, Paraden und auch viele Feuerwerksshows wurden abgesagt. Die Polizei kontrolliert, dass keine großen Gruppen zusammenkommen - außerdem gilt Maskenpflicht im ganzen Bundesstaat.

In Santa Monica, wo am 4. Juli normalerweise hunderte Strandbesucher zusammenkommen und picknicken, herrscht fast gähnende Leere. Nur ein paar Jogger und Spaziergänger laufen vereinzelt herum, so wie Sun, die ein paar Fotos macht: "Dieser 4. Juli ist wie kein anderer. Normalerweise treffen sich immer viele Leute auch hier - jetzt sieht man kaum jemanden. Bisher habe ich mir immer die großen Feuerwerke angesehen, zum Beispiel bei den Universal Studios - aber das wird in diesem Jahr nicht passieren. Das ist schon komisch."

Universal Studios | Bildquelle: AFP
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Die Universal Studios verzichteten in diesem Jahr auf ein Feuerwerk zum 4. Juli.

Nur kleine Feuerwerke

Am Abend hört man dann doch einige Feuerwerke hochgehen - die Amerikaner lassen sich die privaten Partys in ihrer Gärten nicht nehmen, auch nicht, ihre eigenen Feuerwerkskörper abzuschießen. Und doch: Nach einer ausgelassenen Party klingt es nicht. 

No beach, no party: Ein verhaltener Independence Day in Los Angeles
Katharina Wilhelm, ARD Los Angeles
05.07.2020 12:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 05. Juli 2020 um 12:10 Uhr.

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