Donald Trump | Bildquelle: AFP

Independence Day Trump-Party mit Tausenden - trotz Corona

Stand: 04.07.2020 05:48 Uhr

Die Infektionszahlen in den USA steigen enorm. Doch Präsident Trump hält dies nicht davon ab, zum Independence Day mit Tausenden Partys zu feiern. Gesundheitsexperten schlagen Alarm.

Von Claudia Sarre, ARD-Studio Washington

Kein Independence Day ohne ein gigantisches blau-weiß-rotes Fahnenmeer, kein Independence Day ohne BBQ, Picknick, Feuerwerk, Paraden und  großen Menschenansammlungen. Der 4. Juli, der amerikanische Unabhängigkeitstag, gehört zu den größten Party-Events des Jahres in den USA.

Doch im Jahr 2020 - dem Jahr der Coronavirus-Pandemie - ist alles anders. Nicht nur in Texas, Florida und Kalifornien - landesweit wurden Feuerwerke abgesagt, Partys gecancelt, Strände und Kneipen geschlossen.

 "Es gab bei vielen ein Wunschdenken: Hey, es ist Sommer. Alles wird gut sein. Aber es ist eben noch nicht alles gut. Wir haben viel zu viel Virus im ganzen Land", sagt Anne Schuchat von der US-Gesundheitsbehörde.

Trauriger US-Rekordwert: Mehr als 52.000 Neuninfektionen innerhalb von 24 Stunden
tagesthemen 21:45 Uhr, 03.07.2020, Stefan Niemann, ARD Washington

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Gleich zwei Partys mit Trump

Nur Präsident Donald Trump lässt sich die Partylaune offensichtlich nicht vermiesen. Er feiert gleich zweimal. Zunächst am historischen Mount Rushmore im Bundesstaat South Dakota. "Es wird ein großartiger Abend", ist Trump schon zuvor überzeugt.

Dort wo die vier Präsidentenköpfe von Washington, Jefferson, Lincoln und Roosevelt in den Granit gehauen sind, hielt er eine Rede vor Tausenden Menschen - viele ohne Maske. Er nutzte die Gelegenheit, um Stimmung gegen Teilnehmer der landesweiten Protestbewegung gegen Rassismus zu machen. Es sei eine "gnadenlose Kampagne zur Auslöschung unserer Geschichte" im Gange, sagte Trump. "Wütende Mobs" versuchten, Statuen der Gründerväter der USA zu Fall zu bringen. Das "starke und stolze" amerikanische Volk werde aber nicht erlauben, ihm die Geschichte und Kultur zu nehmen. Der Angriff auf die "großartige Freiheit muss gestoppt werden und wird sehr schnell gestoppt werden", sagte Trump.

Erstmals seit 20 Jahren gab es wieder ein großes Feuerwerk - trotz Protesten von Ureinwohnern und Umweltschützern. South Dakotas republikanische Gouverneurin Kristi Noem hatte vor der Veranstaltung auf Fox News gesagt, wer Angst vor Ansteckung habe, solle zuhause bleiben. "Wir werden Gesichtsmasken verteilen an diejenigen, die eine tragen wollen. Aber wir werden auf social distancing verzichten. Wir laden alle ein, die Freiheit hier in unserem Land zu genießen."

 Feuerwerk in Washington

Für den 4. Juli plant Präsident Trump ein gigantisches Feuerwerk auf der National Mall in Washington. Nach seiner Rede sollen Kampfflugzeuge aller Waffengattungen über die Hauptstadt hinweg donnern. Auch zu  diesem Spektakel werden Tausende Besucher erwartet.

Die Bürgermeisterin Washingtons, Muriel Bowser, sieht die Festivitäten mit Sorge, kann sie jedoch nicht verbieten, weil sie in den Zuständigkeitsbereich der US-Regierung fallen: "Wir sehen den dramatischen Anstieg an Infektionszahlen im ganzen Land. Und wir wollen nicht, dass das auch in Washington DC passiert. Daher bitten wir Sie, eigenverantwortlich zu handeln und wachsam zu sein an diesem Feiertagswochenende!"

Und so lautet die Empfehlung vieler lokaler US-Behörden an diesem ungewöhnlichen Unabhängigkeitstag: Feiern Sie mit Ihrer Familie und bleiben Sie an diesem 4. Juli zuhause!

Getrennt vereint: Die USA feiern einen besonderen Independence Day
Claudia Sarre, ARD Washington
04.07.2020 00:05 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 03. Juli 2020 um 21:45 Uhr.

Korrespondentin

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Claudia Sarre, NDR

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