Joseph Griego von der "Army National Guard" arbeitet in einer  Corona-Impfstelle in Cranston, Rhode-Island. | dpa

USA verfehlen Impfziel "Erfolgsgeschichte" mit Haken

Stand: 23.06.2021 09:08 Uhr

Rasant hat die US-Regierung die Impfkampagne vorangetrieben. Das selbst gesteckte Ziel wird sie zwar nicht erreichen, Präsident Biden spricht dennoch von einer "Erfolgsgeschichte". Aber die Delta-Variante bereitet Sorgen.

Wenn man sich die Zahlen genau anschaut, dann verpasst die US-Regierung ihr Ziel nur knapp: Von den Amerikanern, die älter sind als 65 Jahre, haben zum Beispiel schon 87 Prozent mindestens eine Dosis eines Corona-Impfstoffes erhalten. Das ist die Altersgruppe in den USA, bei der eine Corona-Infektion sonst überdurchschnittlich häufig einen schweren Verlauf nimmt.

67 Prozent - nicht 70

Insgesamt werden am Unabhängigkeitstag, am 4. Juli, 67 Prozent aller Erwachsenen mit mindestens einer Dosis geimpft sein. Aber eben keine 70 Prozent, die die Biden-Regierung als Ziel ausgegeben hatte.

Das Land müsse sich stärker um die 18- bis 26-Jährigen bemühen, sagt Jeff Zients. Er ist Koordinator im Weißen Haus für die Bekämpfung der Pandemie. Jüngere US-Bürger halten sich für weniger gefährdet. Das könne sich durch die Delta-Variante des Coronavirus aber gerade ändern, so Zients.

US-Präsident Joe Biden selbst betonte auf Twitter dennoch: "Unser Impfprogramm ist eine amerikanische Erfolgsgeschichte." Er rief aber besonders junge Amerikaner dazu auf, sich schnell impfen zu lassen.

Delta bei mehr als 20 Prozent der Fälle

Der Corona-Berater der US-Präsidenten, Anthony Fauci, warnte, dass sich auch in den USA die besonders ansteckende Delta-Variante verbreite. Diese Mutante mache inzwischen mehr als 20 Prozent der Fälle aus, mehr als doppelt so viel wie noch vor zwei Wochen. "Die Delta-Variante ist in den USA derzeit die größte Bedrohung für unseren Versuch, Covid-19 zu eliminieren."

Die Zahl der Impfungen pro Tag ist seit dem Höhepunkt im April deutlich gesunken. Starke Unterschiede gibt es in den USA naturgemäß auch zwischen den einzelnen Bundesstaaten: Während in Massachusetts im Nordosten der USA mehr als 80 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Dosis erhalten haben, sind es in Mississippi nur 45 Prozent der über 18-Jährigen.

In insgesamt vier Bundesstaaten haben laut Fauci weniger als die Hälfte der Erwachsenen bislang mindestens eine Spritze bekommen

Mit Informationen von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Mai 2021 um 07:30 Uhr.