Donald Trump | AP

Coronakrise in den USA Hilfspaket steht - Verwunderung über Trump

Stand: 25.03.2020 08:29 Uhr

Seit Tagen zogen sich die Verhandlungen hin, nun steht das billionenschwere Hilfspaket für die US-Wirtschaft. Präsident Trump sorgt unterdessen für Kopfschütteln - mit dem Plan, schon Ostern Corona-Schutzmaßnahmen aufzuheben.

Das zwei Billionen Dollar schwere Konjunkturpaket gegen die Folgen der Corona-Krise in den USA steht. Nach mehrtägigen Verhandlungen hätten sich die US-Regierung und die Republikaner und Demokraten im Kongress auf die Details des Pakets geeinigt, teilte Eric Ueland, ein Spitzenvertreter des Weißen Hauses, in der Nacht mit. Andere Teilnehmer bestätigten dies.

Mit dem Paket sollen die Auswirkungen der Pandemie auf die US-Wirtschaft abgefedert werden, unter anderem mit Einmalzahlungen von 1200 Dollar an die meisten Amerikaner, einer Ausweitung des Arbeitslosengelds und einem 367 Milliarden schweren Programm zur Unterstützung von Kleinunternehmen. Auch die Krankenhäuser sollen Geldspritzen erhalten. Es ist das größte wirtschaftliche Rettungspaket in der Geschichte der USA.

Details der Einigung noch nicht bekannt

Umstritten war bis zuletzt, inwieweit auch große Konzerne mit subventionierten Krediten gestützt werden sollen, unter anderem die durch die Krise schwer getroffenen Fluggesellschaften. Wie die Einigung in diesem Punkt aussieht, ist derzeit noch nicht bekannt.

Demokraten sagten, das Paket werde helfen, das Gehalt von im Zwangsurlaub befindlichen Arbeitern für vier Monate zu ersetzen. "Es sorgt dafür, dass alle Arbeiter geschützt sind", sagte der demokratische Minderheitsführer im Senat, Charles Schumer.

Trump: "Land bis Ostern wieder geöffnet"

US-Präsident Donald Trump sorgte unterdessen für Verwunderung mit der Äußerung, dass die Maßnahmen, die zur Eindämmung der Pandemie getroffen wurden, schon in gut zwei Wochen wieder gelockert werden könnten. "Ich würde es lieben, das Land bis Ostern wieder geöffnet und in den Startlöchern zu haben", sagte Trump im konservativen Sender Fox News. "Unser Land will zurück an die Arbeit." Durch eine "massive Rezession oder Depression" drohten mehr Menschen zu sterben als durch die "Grippe" - mit diesem Wort meinte Trump offenbar die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19.

Trumps Äußerung kommt zu einer Zeit, in der die Infektionszahlen in den USA massiv ansteigen. Nach Einschätzung von UN-Experten könnte das Land nach Europa bald zum neuen Epizentrum der Corona-Pandemie werden.

Trump in dem Fox-News-Interview,das im Rosengarten des Weißen Hauses aufgenommen wurde. | AP

Trump in dem Fox-News-Interview,das im Rosengarten des Weißen Hauses aufgenommen wurde. Bild: AP

Gouverneur: Trumps Zeitplan mit "erfundener Uhr"

Mehrere US-Gouverneure kritisierten Trumps Äußerungen - parteiübergreifend. Marylands republikanischer Regierungschef Larry Hogan sagte, der Zeitplan sei wohl mit einer "erfundenen Uhr" erarbeitet worden. New Yorks Andrew Cuomo von den Demokraten erklärte: "Kein Amerikaner wird sagen, man solle die Wirtschaft auf Kosten eines Menschenlebens beschleunigen. Job Nummer eins ist, Menschenleben zu retten. Das muss Priorität haben."

Der mögliche demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden wurde in einem CNN-Interview noch deutlicher: Trump solle aufhören zu reden und auf die Experten hören. Der Präsident sei nicht verantwortlich für das Virus, sehr wohl aber dafür, nicht schnell genug gehandelt zu haben.

Trump zählte zu den Politikern, die die Gefahr durch das Virus lange Zeit heruntergespielt hatten. Inzwischen gelten aber auch in den USA umfangreiche Schutzmaßnahmen. Die wirtschaftliche Aktivität ist - wie in anderen Ländern auch - teilweise zum Erliegen gekommen. 

"Ostern ist einfach ein schöner Zeitpunkt"

Auch beim täglichen Presse-Briefing im Weißen Haus ging es fast ausschließlich um Trumps Zeitplan. Auf die Frage einer Reporterin angesprochen, warum er sich ausgerechnet Ostern ausgesucht habe, antwortete der US-Präsident: Ostern sei "einfach ein schöner Zeitpunkt".

Anthony Fauci, Amerikas Chef-Immunologe reagierte ausweichend, als er einige Augenblicke später gefragt wurde, ob er Trumps Zeitplan für realistisch halte. Man kann auf dieses Datum gucken, aber man müsse sehr flexibel sein und von Tag zu Tag entscheiden.

Mit Informationen von Torben Ostermann, ARD Washington