Sterne zum gedenken der Opfer vor der jüdischen Synagoge in Pittsburgh | Bildquelle: AP

FBI-Bericht Immer mehr Hassverbrechen in den USA

Stand: 13.11.2018 21:48 Uhr

Das Attentat auf die Synagoge in Pittsburgh mit elf Toten ist nur ein Beispiel und gleichzeitig Beleg einer traurigen Tendenz: Die Zahl von Hassverbrechen in den USA steigt seit 2014 - das zeigen auch jüngste FBI-Zahlen.

Die Zahl der politisch motivierten Hassverbrechen in den USA ist 2017 erneut deutlich gestiegen. Wie die US-Bundespolizei FBI mitteilte, wurden insgesamt 7175 solcher Verbrechen registriert. Das waren 1054 mehr als im Jahr davor - was einen Anstieg von rund 17 Prozent bedeutet. Laut FBI ist das die höchste Zahl seit 2008.

Nach den Kategorisierungen der Polizeibehörde waren Afroamerikaner die Gruppe, die am häufigsten von Hassverbrechen betroffen war. Juden bildeten die Gruppe, die am häufigsten wegen ihrer Religion attackiert wurde. Die Zahl der antisemitischen Angriffe stieg laut Bericht um mehr als ein Drittel im Vergleich zu 2016.

Erst vor zwei Wochen hatte ein Attentäter in einer Synagoge in Pittsburgh elf Menschen mit den Worten "Alle Juden müssen sterben" erschossen. Der wachsende Zahl antisemitischer Vorfälle bereitet auch dem amtierenden Justizminister Matthew Whittaker Sorgen. Ihn beunruhige der Anstieg ganz besonders, teilte Whittaker mit.

FBI nennt keine Gründe für Zunahme

Der Report zeige einmal mehr, dass viel mehr gegen das Hassklima im Land getan werden müsse, forderte Jonathan Greenblatt von der Anti-Defamation League, die sich gegen Diskriminierung und Diffamierung von Juden einsetzt. Anti-Semitismus, Fanatismus und Hass in jeder Form müsse von der Gesellschaft verurteilt werden.

2016 noch waren nach Afroamerikanern Schwule, Lesben und Bisexuelle am häufigsten Ziel von Hassverbrechen. Zu den Gründen der Zunahme der Hassverbrechen äußerte sich das FBI nicht.

US-Präsident Donald Trump wird häufig vorgeworfen, durch seine aggressive Rhetorik das politische Klima im Land zu vergiften und damit der Hass-Kriminalität den Boden zu bereiten. Kurz vor den Kongresswahlen hatte sich die Diskussion über die mögliche Mitverantwortung des Präsidenten nach dem Vorfall von Pittsburgh verschärft und, nachdem ein offenkundiger Trump-Fan Briefbomben an prominente Kritiker des Präsidenten verschickt hatte.

FBI Statistik - Hasskriminalität in den USA nimmt um 17 Prozent zu
Arthur Landwehr, ARD Washington
14.11.2018 08:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. November 2018 um 06:00 Uhr.

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