US-Präsident Joe Biden und der britische Premier Boris Johnson bei ihrem Treffen in Cornwall. | EPA

Biden trifft Johnson USA und Briten sichern sich Beistand zu

Stand: 10.06.2021 21:37 Uhr

Seit Jahrzehnten sind die Vereinigten Staaten und Großbritannien enge Verbündete. Nun haben sie in einer neuen Atlantik-Charta zugesagt, den Freihandel zu fördern und sich gegen Kontrahenten zu wehren.

Unmittelbar vor Beginn des G7-Gipfels in Cornwall haben die USA und Großbritannien ihre besondere Verbundenheit untermauert. Premierminister Boris Johnson und US-Präsident Joe Biden unterzeichneten eine neue Atlantik-Charta. In der Erklärung versicherten sich beide Staaten ihrer besonderen Beziehungen und gemeinsamer Werte.

Gegenseitige Zusicherungen

In der neuen Charta sagen die USA und Großbritannien zu, Freihandel, Menschenrechte und eine auf Regeln beruhende internationale Ordnung zu fördern. Man wende sich hingegen gegen jene, "die danach streben, unsere Allianzen und Institutionen zu untergraben".

Die Charta richte sich zudem gegen "Einmischung durch Desinformation" bei Wahlen und undurchsichtige Wirtschaftspraktiken. Entsprechende Vorwürfe hat der Westen gegen Russland und China erhoben.

Biden und Johnson sagten auch zu, stärkere globale Brandmauern gegen Gesundheitskrisen zu errichten. Der britische Premier sprach von einem "erfrischenden" Gespräch mit dem US-Präsidenten. Biden nannte das Treffen mit Johnson "sehr produktiv". Gemeinsam hätten sie die "besonderen Beziehungen" zwischen den USA und Großbritannien bekräftigt.

Erklärung zur Nordirland-Frage

Auf dem Treffen zwischen Biden und Johnson war auch Nordirland ein Thema. Johnson betonte, die USA, Großbritannien und die EU hätten alle dasselbe Ziel, den Friedensprozess dort zu unterstützen. Briten und Amerikaner veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, in der sie ihre Verpflichtung bekräftigten, "eng mit allen Vertragsparteien zusammenzuarbeiten, um das empfindliche Gleichgewicht zu schützen."

Zuletzt nahmen Sorgen zu, dass die Gewalt zwischen pro-irischen Katholiken und pro-britischen Protestanten in der Region wieder ausbrechen könnte, weil es Streit zwischen der Europäischen Union und Großbritannien über die Umsetzung des sogenannten Nordirland-Protokolls gibt. Dieses soll nach dem Brexit eine harte Grenze zwischen dem zu Großbritannien gehörenden Nordirland und dem EU-Mitglied Irland verhindern.

London hatte teilweise Kontrollen eigenhändig ausgesetzt, Brüssel daraufhin Vertragsbrüche beklagt. Zuletzt hatten die USA den Druck auf den britischen Regierungschef erhöht, im Post-Brexit-Streit mit der EU Kompromissbereitschaft zu zeigen.

Der G7-Gipfel in Cornwall

Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten (G7) treffen sich von 11. bis 13. Juni im südwestenglischen Cornwall. Erstmals seit zwei Jahren kommen sie am Nachmittag wieder persönlich zusammen. Im Mittelpunkt der Konferenz stehen neben dem Klimawandel auch Handelsfragen und Investitionen sowie der Kampf gegen die Corona-Pandemie. Außerdem geht es bei dem Treffen um die Positionierung gegenüber Russland und China.

Zur Gruppe der G7 gehören die USA, Deutschland, Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien und Japan. Als Gäste sind gleichgesinnte demokratische Staaten wie Südkorea, Südafrika, Australien und Indien zu dem Gipfel eingeladen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. Juni 2021 um 21:30 Uhr.