Das Satellitenbild zeigt russische Truppen bei Jelnja, Russland. (Archivbild: 01.11.2021) | AFP

An der ukrainischen Grenze Kritik an russischem Militärmanöver

Stand: 15.11.2021 05:16 Uhr

Bereits vergangene Woche hatten die USA von Russland Aufklärung über "ungewöhnliche" Aktivitäten der Armee im Grenzgebiet zur Ukraine gefordert. Jetzt haben sie die Truppenbewegungen gemeinsam mit Frankreich kritisiert.

Die USA und Frankreich haben gemeinsam Russland für Truppenbewegungen an der ukrainischen Grenze kritisiert. Die Außenminister der beiden Länder, Antony Blinken und Jean-Yves Le Drian, hätten Berichte über "besorgniserregende russische Militäraktivitäten in und in der Nähe der Ukraine" besprochen, sagte ein US-Sprecher.

Dabei hätten sie "ihr unerschütterliches Engagement für die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine" bekräftigt. Die USA hatten am Donnerstag von Moskau Aufklärung über "ungewöhnliche" Aktivitäten der Armee im Grenzgebiet zur Ukraine gefordert.

Blinken warnt vor Einmarsch in Ukraine

Außenminister Blinken warnte Russland vor einem Einmarsch in die Ukraine - dies wäre ein "schwerwiegender Fehler". Die ukrainische Armee kämpft seit der russischen Annexion der Krim gegen pro-russische Separatisten im Osten des Landes. Der Westen wirft Russland vor, die Separatisten zu unterstützen, was die Regierung in Moskau bestreitet.

Im März hatte Russland bei einem massiven Truppenaufmarsch Tausende Soldaten, schwere Militärausrüstung, Marineschiffe und Luftwaffenflugzeuge nahe der ukrainischen Grenze und in der Region der annektierten Krim-Halbinsel zusammengezogen. Die Truppenbewegungen nährten Befürchtungen, dass es zu einem russischen Einmarsch in die Ukraine kommen könnte. Nach Wochen erklärte Moskau das angebliche Manöver schließlich für beendet und zog seine Soldaten wieder ab.

Putin: "Kein Grund, die Spannungen zu verstärken"

Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach eigener Aussage kein Interesse an einer Zuspitzung der Lage in der Schwarzmeer-Region. Deshalb habe er einen Vorschlag seines Verteidigungsministeriums abgelehnt, als Reaktion auf NATO-Aktivitäten dort Militärübungen abzuhalten, sagte Putin in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem Sender Rossiya-1.

"Ich sollte sagen, dass unser Verteidigungsministerium vorgeschlagen hatte, eigene Übungen in diesen Gewässern abzuhalten. Aber ich glaube, das wäre sinnlos und es besteht kein Grund, die Spannungen dort weiter zu verstärken." Russland werde sich darauf beschränken, Militärflugzeuge und Schiffe der NATO zu eskortieren. Putin sagte zudem, USA und NATO hielten im Schwarzen Meer ungeplante Übungen ab. "Das ist eine ernsthafte Herausforderung für uns."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. November 2021 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.