Demonstranten tanzen in einer Seitenstraße unweit des Weißes Hauses  | Bildquelle: AFP

Proteste in Washington Friedlicher Protest vor Trumps Festung

Stand: 07.06.2020 05:02 Uhr

Vor allem junge Leute haben in Washington die Stimme gegen Polizeiwillkür und Rassismus erhoben. Viele reisten von weit her an, um in der US-Hauptstadt zu protestieren. Das Weiße Haus war abgeriegelt.

Von Claudia Sarre, ARD-Studio Washington

"No justice - no peace" steht auf den Schildern der Demonstranten - "Keine Gerechtigkeit - kein Frieden". "White silence is violence" liest man auf anderen - "Weißes Schweigen ist Gewalt". Bei schwülheißen 33 Grad schiebt sich eine schier nicht enden wollende Menschenmenge durch Downtown Washington. 

Zum Teil sind die Demonstranten von weit angereist, um bei der größten Demonstration des Landes dabei sein zu können. Sie wollen nach der brutalen Festnahme und der Tötung von George Floyd ein Zeichen zu setzen: gegen Polizeiwillkür und Rassismus in den USA.

Claudia Buckenmaier, ARD Washington, über die Proteste in Washington
tagesthemen 23:35 Uhr, 06.06.2020

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"Ich bin hier, um die Bewegung zu unterstützen. Wir verteilen hier umsonst Wasser und Snacks. In den Nachrichten sieht man die ganze Gewalt, aber wenn man hierher kommt, sieht man wie friedlich es ist. Wir wollen ins Gespräch kommen und Bewusstsein erzeugen", sagt Dejan, ein junger Schwarzer aus Kansas.

Masken trotz Hitze

Er und seine Freunde haben einen kleinen Stand mit Wasserflaschen, Orangen und Müsliriegeln direkt vor der St. Johns Kirche aufgebaut, vor der Präsident Trump mit seiner Bibel vor ein paar Tagen zu einem umstrittenen Fototermin erschienen ist. Zuvor hatte der Präsident die Demonstranten gewaltsam aus dem Weg räumen lassen.

Cara und ihre Freundinnen aus Arlington, Virginia, waren seitdem fast jeden Tag hier, um vor dem Weißen Haus zu protestieren. Sie seien hier um eine Veränderung herbeizuführen, ein Gemeinschaftsgefühl und Frieden, sagt sie. Wie Cara sind die meisten Demonstranten sehr jung. Mit Fahrrädern, Hunden und guter Laune marschieren sie. Und - auch das ist ein politisches Statement - alle tragen trotz Hitze Masken. Von aggressiver Stimmung keine Spur.

Das Weiße Haus glich einer Festung

"Die Atmosphäre hier ist spannungsgeladen. Ich liebe die Energie, ich liebe die riesige Anzahl an Menschen", schwärmt Brad. Er ist extra aus Colorado gekommen, nur um hier dabei zu sein. Neben ihm steht Karen, die aus Pennsylvania angereist ist. Auch sie hat gute Gründe, hier zu sein: "Ich finde, dass viele Menschen nicht richtig behandelt werden. Jeder hat ein Recht zu leben. Die Polizei geht zu weit in einigen Fällen." 

Bei der Massendemonstrationin der US-Hauptstadt hielt sich die Polizei vergleichsweise zurück. Militärfahrzeuge und Beamte in Tarnanzügen hielten Wache, sie hatten den größten Teil des Innenstadtbereichs für den Protestmarsch abgesperrt. Das Weiße Haus glich einer Festung. Es war weiträumig abgeriegelt, der Zaun war gleich mehrfach verstärkt worden. Kein Demonstrant hatte auch nur den Hauch einer Chance, sich dem präsidialen Gelände zu nähern. Und Donald Trump? Vom US-Präsidenten war an diesem Tag in Washington nichts zu zu sehen.

No justice - no peace! Zehntausene demonstrierten in Washington gegen Rassismus
Claudie Sarre, ARD Washington
07.06.2020 06:25 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 06. Juni 2020 um 23:35 Uhr sowie Deutschlandfunk am 07. Juni 2020 um 07:07 Uhr in der Sendung "Information und Musik".

Korrespondentin

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Claudia Sarre, NDR

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