Eine Migrantin aus Honduras wird an der Grenze der USA zu Mexiko von einer US-Patrouille aufgegriffen | Bildquelle: AP

Entscheidung zu Flüchtlingspolitik US-Richter verfügt rasche Familien-Vereinigung

Stand: 27.06.2018 07:02 Uhr

Ein US-Gericht drückt aufs Tempo. Binnen eines Monats sollen Familien wieder zusammengeführt werden, die bei der illegalen Einreise in die USA getrennt werden. Bei sehr kleinen Kindern soll es noch schneller gehen.

US-Grenzschutzbehörden müssen binnen 30 Tagen illegal ins Land gekommene Familien zusammenführen, die im Rahmen der "Null-Toleranz"-Politik gegen illegale Migration getrennt wurden. Dies ordnete ein Richter in San Diego am Dienstag (Ortszeit) an. Kinder unter fünf Jahren sollen demnach bereits innerhalb von 14 Tagen zu ihren Eltern zurückgebracht werden.

Überdies erließ der Richter eine landesweite einstweilige Verfügung gegen künftige Familientrennungen. Ausnahmen sollen nur dann möglich sein, wenn ein Elternteil als ungeeignet eingestuft wird. Die Anordnung folgt auf eine Klage, die die Bürgerrechtsorganisation ACLU eingereicht hat. Dabei geht es um ein siebenjähriges Mädchen, das von seiner kongolesischen Mutter getrennt wurde. Klage reichte ACLU zudem wegen des Falls einer Mutter aus Brasilien ein, der ihr 14-jähriger Sohn weggenommen wurde.

Einwandererkinder aus Mexiko in den USA | Bildquelle: AP
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US-Grenzschutzbehörden müssen binnen 30 Tagen illegal ins Land gekommene Familien zusammenführen.

Druck zwingt Trump zum Einlenken

US-Präsident Trump hatte in der vergangenen Woche ein Ende der Trennung von Einwandererfamilien an der Grenze zu Mexiko angeordnet. Die Verfügung soll noch in ein Gesetz überführt werden. Demnach sollen Säuglinge, Kinder und Jugendliche nun gemeinsam mit ihren Eltern eingesperrt werden und nicht mehr getrennt von ihnen. Eine Ausnahme soll nur gelten, wenn die Haft schädlich für das Kindeswohl sein könnte.

Das Vorgehen der USA, an der Südgrenze zu Mexiko Kinder von ihren Eltern zu trennen, und die Bilder von Kindern in käfigartigen Verschlägen hatte national und international massive Kritik ausgelöst. Auch in Trumps eigener Partei, den Republikanern, war die Praxis auf Protest gestoßen.

Zuvor waren mehr als 2000 Kinder von ihren illegal eingereisten Eltern getrennt und gesondert in Unterkünfte gebracht. Erziehungsberechtigte oder Begleitpersonen kamen in Haft.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Juni 2018 um 08:00 Uhr.

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