Haare in einer Bürste | picture alliance / Zoonar

US-Zulassung für "Baricitinib" Corona-Tablette wirkt auch gegen Haarausfall

Stand: 14.06.2022 10:24 Uhr

In den USA hat die Arzneimittelbehörde ein Medikament zur Behandlung von schwerem Haarausfall zugelassen. Es wird bisher bei Corona-Patienten oder zur Behandlung von Arthritis eingesetzt, wirkt aber offenbar auch bei Alopezie.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine Tablette gegen schwere Fälle von Haarausfall zugelassen. Die Zulassung des Medikaments "Baricitinib" werde "dazu beitragen, einen erheblichen ungedeckten Bedarf für Patienten mit schwerer Alopecia areata zu decken", erklärte der für Dermatologie zuständige FDA-Direktor Kendall Marcus.

Medikament bisher gegen Corona zugelassen

"Baricitinib" reguliert Entzündungsreaktionen und ist bislang für die Behandlung von Athritis sowie Corona-Patienten in Krankenhäusern zugelassen. Alopezie ist eine Autoimmunerkrankung, die zu starkem Haarausfall führt. Die Krankheit war zuletzt durch den Fall der US-Schauspielerin Jada Pinkett Smith in den Vordergrund gerückt. Deren Ehemann Will Smith hatte bei der Oscar-Verleihung dem Komiker Chris Rock für einen Witz über den kahlen Kopf seiner Frau eine Ohrfeige verpasst. Die Krankheit ist nicht selten: Allein in den USA sind jährlich mehr als 300.000 Menschen betroffen.

Klinische Studien bei Menschen mit Alopezie

Die Zulassung des Medikaments stützt sich auf die Ergebnisse zweier klinischer Studien mit insgesamt 1200 Erwachsenen mit schwerer Alopezie. In jeder Studie wurden die Teilnehmer in drei Gruppen aufgeteilt: eine Gruppe, die nur ein Placebo erhielt, eine zweite Gruppe, die täglich eine Dosis von zwei Milligramm erhielt und eine dritte Gruppe, die täglich eine Dosis von vier Milligramm erhielt. Nach 36 Wochen wuchsen bei fast 40 Prozent der Personen, die die höhere Dosis erhielten, 80 Prozent der Kopfhaare nach. Zum Vergleich: Bei der Gruppe mit der niedrigeren Dosierung waren es nur 23 Prozent, bei der Kontrollgruppe nur fünf Prozent.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von "Baricitinib" gehörten Infektionen der oberen Atemwege, Kopfschmerzen, Akne, ein erhöhter Cholesterinspiegel und ein Anstieg eines Enzyms namens Kreatinphosphokinase.

Es gibt auch andere Behandlungen gegen schweren Haarausfall, die allerdings als experimentell gelten und keine Zulassung in den USA haben. "Baricitinib" ist laut der FDA das erste Medikament, das bei Alopezie im ganzen Körper wirkt und nicht nur lokal.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 14. Juni 2022 um 09:09 Uhr.