Schutzstatus aufgehoben

Flüchtlinge aus El Salvador müssen USA verlassen

Stand: 08.01.2018 19:33 Uhr

Die US-Regierung will die Aufenthaltsgenehmigungen für rund 200.000 im Land lebende Menschen aus El Salvador nicht verlängern. Laut Heimatschutzministerium müssen sie andere Wege zum legalen Aufenthalt finden.

Rund 200.000 Salvadorianer, die nach einer Serie von Erdbeben in der Heimat in das Land geflohen waren, sollen die USA verlassen. Die Trump-Regierung hob den Schutzstatus für diese Bevölkerungsgruppe auf. Vor 17 Jahren hatte eine einer Serie von Erdbeben ihre Heimat getroffen.

Der Schutzstatus in den USA räumte den Salvadorianern ein befristetes Bleiberecht ein, das in den Folgejahren mehrere Male verlängert worden war. Laut Heimatschutzministerium in Washington haben die Salvadorianer nun bis zum 9. September 2019 Zeit, um die Vereinigten Staaten zu verlassen oder ihren legalen Status anzupassen. Ansonsten drohe ihnen die Abschiebung.

Your browser doesn't support HTML5 video.

Proteste gegen Abschiebung von Flüchtlingen aus El Salvador

Morgenmagazin, 09.01.2018

Ministerin: Verlängerung des Zustandes nicht zu rechtfertigen

Flüchtlinge aus El Salvador hatten bislang von einem Programm profitiert, das Ausländern humanitäre Hilfe bietet, deren Länder von Naturkatastrophen oder anderen Problemen betroffen sind. Das Land ist das vierte, dessen Bürger den sogenannten temporären geschützten Status unter Trump verlieren. Salvadorianer hatten mit Abstand am meisten Vorteile aus dem Programm gezogen.

Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen sagte, die Schäden, die die Erdbeben im Jahr 2001 in El Salvador verursacht hätten, reichten nicht aus, um eine weitere vorübergehende Verlängerung des Zustandes zu rechtfertigen. Das zentralamerikanische Land habe weitreichende internationale Hilfe erhalten, ein Großteil der Infrastruktur sei wiederaufgebaut worden. Dass den Salvadorianern eineinhalb Jahre lang Zeit gelassen werde, gebe dem US-Kongress die Möglichkeit, die Angelegenheit währenddessen zu thematisieren.