Ein Mann raucht eine E-Zigarette. | Bildquelle: dpa

US-Behörden prüfen Tod durch Cannabis-Liquids?

Stand: 06.09.2019 19:23 Uhr

Ärzte in den USA rätseln, wie es zu schweren Lungenkrankheiten nach dem Konsum von E-Zigaretten kommen konnte. Nun ermitteln die Behörden zu einem in Liquids enthaltenen Stoff.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Vitamin E Azetat ist ein nützliches Öl - für die Hautpflege zum Beispiel. Oder in Vitamintabletten. Wenn es aber in die Lunge kommt, dann führt das zu Entzündungen und schweren Lungenschäden. Genau dieses Öl könnte dafür verantwortlich sein, dass 450 E-Zigaretten-Raucher in den USA mit Lungenschäden ins Krankenhaus kamen, drei von ihnen sind inzwischen gestorben. Ein vierter Tod werde in diesem Zusammenhang untersucht, sagte Dana Meaney-Delman von der US-Gesundheitsbehörde CDC.

"Bisher scheint in diesen Fällen nichts anderes aufgetaucht zu sein. Wir suchen nach anderen Ursachen, aber wir haben nichts anderes gefunden", sagte der Pneumologe Stephen Amesbury dem Fernsehsender CBS.

Kranke in mehr als 30 US-Bundesstaaten

Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC und die Lebensmittelaufsicht FDA suchte nach der Verbindung zwischen den todkranken Menschen in inzwischen mehr als 30 Bundesstaaten. Klar war, dass sie alle E-Zigaretten dampften. Aber das machen Hunderttausende andere auch. Bei den meisten der Kranken - aber nicht allen - war in der Verdampferflüssigkeit dieses Vitamin E Azetat enthalten. Von denen wiederum hatten die meisten Cannabis gedampft.

"Ich habe es von einem Drogendealer", sagte der 18-jährige Adam Hergenrater. Aber auch Menschen, die es ganz legal in Cannabis-Läden gekauft hatten, waren betroffen. Deshalb vermuten die Ärzte, dass das Öl von den Cannabis-Produkten in die Verdampferflüssigkeit gekommen sein könnte.  

Eine Auswahl an Cannabis-Liquids, die in den USA für E-Zigaretten verkauft werden. | Bildquelle: AFP
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US-Ermittler sollen Vitamin E Azetat in Proben von Cannabisprodukten gefunden haben - der Stoff steht im Verdacht, schwere Lungenkrankheiten bei E-Zigaretten-Rauchern verursacht zu haben.

Suche nach den Ursachen

Dies gilt aber nicht für alle. Manche Betroffene in den Krankenhäusern schwören Stein und Bein, dass sie ganz normales Nikotin aus Tabak gedampft haben, niemals Cannabis, oder die wie Süßigkeiten schmeckenden Liquids, die Jugendliche gerne in ihren E-Zigaretten verdampfen.

 

Die Suche nach den Ursachen für die rätselhaften Lungenkrankheiten bei E-Zigaretten-Rauchern geht also weiter. Vieles deutet darauf hin, dass es mehrere Stoffe in den Verdampfern gibt, die die Lungen angreifen können. Die aber scheinen nicht aus der Flüssigkeit selbst zu kommen, sondern aus dem Stoff, der damit verdampft wird.

 

Cannabis-Liquids im Fokus von US-Behörden
Arthur Landwehr, ARD Washington
06.09.2019 16:38 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 07. September 2019 um 04:26 Uhr.

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