US-Demokraten Buttigieg, Warren, Biden und Sanders gestikulieren während der TV-Debatte in Manchester (New Hamshire) | Bildquelle: REUTERS

US-Demokraten Unter verstärktem Feuer

Stand: 08.02.2020 09:04 Uhr

Buttigieg und Sanders haben die erste Vorwahl der US-Demokraten in Iowa gewonnen - für ihre Konkurrenten Anlass, sie verstärkt zu attackieren. In der ersten TV-Debatte nach Iowa stand aber auch ein bisheriger Favorit unter Druck.

Eine völlig misslungene Abstimmung und ein erstes Ergebnis mit Überraschungen: Für die US-Demokraten war der Start in die Vorwahlen in dieser Woche in jeder Hinsicht anders als erwartet. Es dauerte Tage, bis im Bundesstaat Iowa die Stimmen ausgezählt waren, und dann siegte mit Pete Buttigieg ein vor Kurzem landesweit noch unbekannter Ex-Bürgermeister äußerst knapp vor dem Alt-Linken Bernie Sanders.

Und schon am kommenden Dienstag steht in New Hampshire die nächste Vorwahl an - umso größer war die Spannung vor dem TV-Duell in der Kandidaten in der vergangenen Nacht. Buttigieg musste sich als erster Vorwahl-Sieger erwartungsgemäß verstärkter Angriffe seiner Konkurrenten erwehren. Hauptvorwurf an den 38-Jährigen: Unerfahrenheit. Der Attackierte warb dagegen mit einer Ferne zum Washingtoner Establishment - das Land brauche jetzt "eine Perspektive, die es uns endlich erlaubt, die Politik der Vergangenheit in der Vergangenheit zu lassen".

Auch Sanders wird attackiert

Ähnlich stark wurde Sanders kritisiert, der in Umfragen in New Hampshire vorne liegt. Die Senatorin Amy Klobuchar sagte, die Demokraten bräuchten jemanden, der die Menschen mitnehme statt sie auszuschließen. Der 78-Jährige betonte dagegen, man bringe die Menschen zusammen, indem man eine Agenda präsentiere, die für die Menschen des Landes gut sei und nicht für Milliardäre.

Für Ex-Vizepräsident Joe Biden war der Ausgang des Caucus in Iowa besonders unerfreulich. Galt er zu Beginn des Wahlkampfs noch als großer Favorit, wurde er in Iowa nur Vierter hinter Senatorin Elizabeth Warren. Biden versuchte das Ergebnis herunterzuspielen, ebenso wie die nächste sich abzeichnende Schlappe. Er habe einen Schlag eingesteckt und werde wahrscheinlich in New Hampshire einen weiteren hinnehmen müssen. Das Kandidatenrennen sei aber lang, sagte der 77-Jährige.

Es dauert noch

Die Vorwahlen ziehen sich insgesamt bis Juni hin. Als einer der entscheidenden Tage gilt der sogenannte Super-Tuesday, an dem in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten abgestimmt wird (3. März). Auf Nominierungsparteitagen küren Demokraten und Republikaner im Sommer dann endgültig ihre Präsidentschaftskandidaten. Die Präsidentenwahl steht schließlich am 3. November an.

Bei den Demokraten hatte es insgesamt fast 30 Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur gegeben. 17 sind inzwischen schon ausgeschieden, elf sind noch im Rennen. Seit Ende November bemüht sich auch der Milliardär und frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten.

Das erste Ergebnis aus Iowa ist noch nicht endgültig. Technische Probleme hatten die Veröffentlichung der Ergebnsis tagelang verzögert - möglicherweise wird eine unabhängige Untersuchung klären, was zu den Problemen geführt hat. Bis Montagmittag (Ortszeit/19 Uhr MEZ) haben die Kandidaten Zeit, eine Überprüfung oder Neuauszählung zu beantragen

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 08. Februar 2020 um 09:50 Uhr.

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