Der Facebook-Account von US-Präsident Donald J. Trump auf einem Handy vor einem Bildschirm mit einem Facebook-Logo | Bildquelle: imago images/Future Image

Reaktionen auf Postings Trumps Facebook-Seite bleibt gesperrt

Stand: 07.01.2021 17:52 Uhr

Erst hatte Facebook Trump nur für 24 Stunden gesperrt. Nun wird der US-Präsident wohl seine Amtszeit ohne Konten in dem Netzwerk beenden. Die Sperre wurde verlängert. Der Grund: Trumps Posts stellten ein zu großes Risiko dar.

Facebook verlängert die Sperre der Konten von US-Präsident Trump. Seine Konten bei dem Online-Netzwerk und bei der Fotoplattform Instagram sollen für mindestens zwei Wochen beziehungsweise bis zur Machtübergabe an Nachfolger Joe Biden blockiert bleiben, kündigte Facebook-Chef Mark Zuckerberg an.

Zunächst hatte Facebook bekannt gegeben, dass Trump für 24 Stunden keine Posts mehr absetzen könne. Grund dafür seien Verstöße gegen Richtlinien des Online-Netzwerks in Beiträgen zum gestrigen Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol.

Sympathie für Angreifer

Dazu gehörte ein Video, in dem der Präsident seine Anhänger zwar zum Rückzug aus dem US-Parlamentsgebäude aufrief, zugleich aber unbelegte Behauptungen über angeblichen Wahlbetrug wiederholte. Darüber hinaus zeigte Trump Sympathie für die Angreifer: "Wir lieben Euch. Ihr seid sehr besonders."

In einem weiteren Beitrag auf den Plattformen schrieb Trump: "Das sind Dinge und Ereignisse, die passieren, wenn ein heiliger Erdrutschsieg so unvermittelt und gemein" gestohlen werde. Trumps Anhänger hatten das Parlamentsgebäude in Washington erstürmt, während dort Beratungen zur Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden liefen.

Zuckerberg schrieb nun: "Die schockierenden Ereignisse der vergangenen zwölf Stunden zeigten klar, dass Präsident Donald Trump seine verbleibende Amtszeit dafür nutzen will, die friedliche und legitime Machtübergabe an seinen gewählten Nachfolger Joe Biden zu untergraben." Das ändere die Situation für Facebook, da die Plattform für die Anstiftung zu gewaltsamen Aufruhr gegen eine demokratisch gewählte Regierung missbraucht werde.

Twitter hatte Trump wegen dieser Beiträge blockiert und mit einer dauerhaften Sperre bei weiteren Verstößen gegen die Regeln gedroht. Der scheidende Staatschef habe mit zwei Beiträgen gegen Regeln des Online-Netzwerks verstoßen, sagte ein Sprecher unter anderem der Website "Axios".

Screenshot Twitter: Profil von realDonaldTrump | Bildquelle: Screenshot Twitter
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Wo vorher noch die Twitter-Postings von Donald Trump zu sehen waren, finden sich nun Hinweise des Online-Netzwerks, dass die Tweets entfernt wurden.

Kritik an Netzwerken trotz Reaktion

Zwar begrüßten Beobachter, dass Internet-Plattformen nun durchgreifen. Einige warfen den Unternehmen aber vor, im Umgang mit Trump und dessen Unterstützern zu lange gezögert zu haben. Die ganze Zeit hätten sie gefährliche Falschinformationen verbreiten und zu Gewalt anstiften können, die zur jüngsten Eskalation beigetragen habe.

Jennifer Grygiel, Kommunikationswissenschaftlerin und Expertin für soziale Medien an der Syracuse University, sah die Ereignisse am Kapitol als direkte Folge von Trumps Nutzung von Online-Plattformen für die Verbreitung von Propaganda und Falschinformationen. Diese Tech-Firmen sollten eine gewisse Verantwortung für ihre eigene Untätigkeit tragen, sagte Grygiel. Die Reaktionen seien nun zu wenig und zu spät.

Facebook sperrt Trumps Accounts
Marcus Schuler, ARD Los Angeles, zzt. San Francisco
07.01.2021 18:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 07. Januar 2021 um 17:30 Uhr in den Nachrichten.

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