Sigmar Gabriel | Bildquelle: AP

Neue US-Atomstrategie Gabriel sieht neues Wettrüsten

Stand: 04.02.2018 15:42 Uhr

Für Außenminister Gabriel setzt die neue US-Atomwaffendoktrin das falsche Signal - das atomare Wettrüsten sei eine Herausforderung für alle Parteien. Dabei sei Europa "wie zu Zeiten des Kalten Krieges besonders gefährdet".

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel wirft den USA vor, mit der Entwicklung neuer taktischer Atomwaffen das falsche Signal zu setzen. "Die Entscheidung der US-Regierung für neue taktische Atomwaffen zeigt, dass die Spirale eines neuen atomaren Wettrüstens bereits in Gang gesetzt ist", sagte Gabriel mit Blick auf die neue Atomwaffendoktrin der USA.

Die "USS Michigan" ist in Busan eingetroffen. | Bildquelle: AFP
galerie

U-Boote wie die "USS Michigan" transportieren Atomsprengköpfe, die verkleinert werden sollen.

"Die Hinweise, dass Russland nicht nur konventionell, sondern auch nuklear aufrüstet, sind unübersehbar." Auch in Asien werde atomar aufgerüstet. "Auf all diese Herausforderungen müssen wir mit unseren Partnern und Alliierten Antworten finden. Die dürfen aber nicht allein darin bestehen, in eine atomare Aufrüstung einzusteigen", warnte Gabriel.

Gefahr einer "Aufrüstungsspirale"

Die Entwicklung neuer Waffen setze die falschen Signale und berge die Gefahr einer Aufrüstungsspirale. "Wie in Zeiten des Kalten Krieges sind wir in Europa besonders gefährdet", erklärte der Minister. Deshalb müssen gerade wir in Europa neue Initiativen für Rüstungskontrolle und Abrüstung starten. "Statt neuer Waffensysteme brauchen wir neue Abrüstungsinitiativen", betonte Gabriel.

Welt ohne Atomwaffen das Ziel

Die Bundesregierung setze sich daher mit aller Kraft dafür ein, mit ihren Partnern und Verbündeten bei der globalen Abrüstung Fortschritte zu erzielen. Langfristiges Ziel müsse weiter eine Welt ohne Atomwaffen bleiben.

Die USA hatten am Freitag erstmals seit 2010 eine neue Atomwaffenstrategie veröffentlicht. Das Verteidigungsministerium nennt darin vor allem Russland als Bedrohung und will kleinere Atomwaffen mit geringerer Sprengkraft entwickeln, um flexibler auf Angriffe reagieren zu können.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. Februar 2018 um 09:00 Uhr.

Darstellung: