US-U-Boot USS Tennessee | Bildquelle: REUTERS

Neue US-Atomstrategie Russland ist "zutiefst enttäuscht"

Stand: 03.02.2018 18:46 Uhr

Die US-Regierung möchte mit moderneren Atomwaffen vor allem Russland stärker abschrecken. Moskau kritisierte den "kriegerischen Charakter" des Pentagon-Papiers. Es strotze zudem vor "antirussischen Klischees".

Moskau hat die Ankündigung der US-Streitkräfte zur Modernisierung ihres Atomwaffenarsenals scharf kritisiert. Das russische Außenministerium äußerte sich "zutiefst enttäuscht" und erklärte, der "kriegerische und antirussische Charakter" des entsprechenden Dokuments springe bei der ersten Lektüre ins Auge.

"Verantwortung abwälzen"

Es sei der Versuch der USA, Russlands "Notwehrrecht in Frage zu stellen" und die eigene Verantwortung für die Verschlechterung der internationalen und regionalen Sicherheitslage auf andere abzuwälzen.

In einem Pentagon-Papier zur US-Atomwaffendoktrin, das am Freitag vorgestellt worden war, heißt es, neue Nuklearwaffen von kleinerer Größe sollten entwickelt werden und in erster Linie der Abschreckung Russlands dienen. Die neuen taktischen Atomwaffen seien die Antwort auf die Ausweitung der russischen Nuklearwaffenkapazität. Die bisherigen Atomwaffen würden durch neue Sprengkörper ersetzt. Das US-Atomwaffenarsenal werde dadurch nicht ausgeweitet.

Russische Raketen vom Typ S-400 während einer Militärparade in Moskau | Bildquelle: AFP
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Russlands Atomstrategie wird von der Trump-Administration zunehmend kritisch gesehen.

In der Erklärung des russischen Außenministeriums heißt es, das 75-seitige Pentagon-Papier strotze vor "antirussischen Klischees" - angefangen von "abwegigen Beschuldigungen über ein 'aggressives Verhalten' und alle möglichen 'Einmischungen' bis hin zu ebenfalls unbegründeten Beschuldigungen über 'Verletzungen' der ganzen Liste von Abkommen zu Waffenkontrollen".

Moskau zu Zusammenarbeit bereit

Russland versichere, seine Verpflichtungen bezüglich aller internationaler Verträge einzuhalten und sei trotz allem bereit, mit Washington zugunsten einer "stabilen Beziehung" und dem "Erhalt der strategischen Stabilität" zusammenzuarbeiten. In dem Pentagon-Dokument werden zwar auch die Sorgen der US-Regierung hinsichtlich der Atomprogramme in Nordkorea, im Iran und in China unterstrichen. Doch der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Russland.

Trumps Atomstrategie - Neue "Mini Nukes" zur Abschreckung
M. Hoffmann, ARD Washington
03.02.2018 21:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. Februar 2018 um 09:00 Uhr.

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