Eine Spritze mit dem AstraZeneca-Impfstoff gegen das Coronavirus wird aufgezogen. | AP

AstraZeneca Warum die USA keinen Impfstoff abgeben

Stand: 13.03.2021 02:53 Uhr

In den USA lagern Berichten zufolge etwa 30 Millionen Dosen des AstraZeneca-Impfstoffes ungenutzt in Kühlschränken, obwohl er noch gar nicht zugelassen ist. Statt das Vakzin zu exportieren, will die Biden-Regierung vorbereitet sein.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Angeblich 30 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca lagern in amerikanischen Kühlschränken, obwohl das Vakzin hier überhaupt nicht zugelassen ist. Warum lasst ihr es nicht einfach dorthin exportieren, wo dringend Impfstoff gebraucht wird, in Europa zum Beispiel wird die Regierungssprecherin Jen Psaki gefragt. "Wir wollen sicherstellen, dass wir maximale Flexibilität haben, dass wir überausgestattet und übervorbereitet sind."

Arthur Landwehr ARD-Studio Washington

AstraZeneca wird wohl in den nächsten Wochen zugelassen, dann soll das Unternehmen auch am selben Tag liefern können. Die US Regierung wehrt sich gegen Vorwürfe, sie würden Hersteller mit einem Exportstopp daran hindern, zugesagten Impfstoff nach Europa zu liefern. Es gebe kein Exportverbot. Der Impfstoff im Kühlschrank gehöre den USA, sei gekauft und bezahlt, den gebe man nicht einfach ab. Das habe nichts mit Exportverbot zu tun.

Jedes Unternehmen kann mit jedem Land zusammenarbeiten und ein Geschäft für die Lieferung von Impfdosen abschließen.

Eine Bedingung an Unternehmen

Einzige Bedingung: Die Verträge mit der US Regierung müssten erfüllt werden. Schließlich hätten die USA, anders als die Europäer, frühzeitig Lieferverträge abgeschlossen und die Unternehmen mit dem Kriegsproduktionsgesetz erst in die Lage versetzt, Impfstoff herzustellen und abzufüllen. "Es gibt eine vertragliche Verpflichtung, die amerikanischen Impfdosen zu liefern und diesen Vertrag auch zu erfüllen."

Aber dann könnten sie so viel in alle Welt liefern wie sie wollten. Dass man gerade so am AstraZeneca-Vakzin festhält, hat auch mit Joe Bidens Versprechen zu tun, Corona systematisch zu bekämpfen und bis zum Sommer normalen Alltag herzustellen. "Wir wollen die Möglichkeit haben, die amerikanische Öffentlichkeit mit den jeweils effektivsten Stoffen zu impfen."

Normalität bis zum 4. Juli

Das heißt auch, dass man sich darauf einstellt, mit Mutationen des Virus umgehen zu müssen und in der Lage sein will, notfalls schnell auf einen anderen Impfstoff umzusteigen.

Bis Ende Mai soll genug Impfstoff für alle Erwachsenen in den USA zur Verfügung stehen, für den Nationalfeiertag am 4. Juli hat Joe Biden versprochen, wieder miteinander feiern zu können.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 13. März 2021 um 07:50 Uhr.