Arbeitsmarkt in den USA | Bildquelle: picture alliance / dpa

Corona-Pandemie US-Jobmarkt erholt sich weiter

Stand: 02.07.2020 21:47 Uhr

Der US-Arbeitsmarkt berappelt sich in der Corona-Krise weiter. Im Juni haben Unternehmen 4,8 Millionen neue Jobs geschaffen. Auch die Auftragslage bessert sich. Präsident Trump jubelt, doch die Pandemie spitzt sich wieder zu.

Der US-Arbeitsmarkt hat sich im vergangenem Monat besser von der Corona-Krise erholt als erwartet. Im Juni wurden 4,8 Millionen Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, teilte die Regierung mit. Die Arbeitslosenquote fiel von 13,3 Prozent im Mai auf 11,1 Prozent im Juni.

Die USA haben rund ein Drittel der 22 Millionen Jobs zurück, die im März und April verloren gingen. Bislang liegt die Zahl der Empfänger von Arbeitslosenhilfe weiter bei 19 Millionen.

Weitere Erholung wird sich verzögern

Die Ökonomin Mary Daly kommt dennoch zu der Einschätzung, dass der Arbeitsmarkt noch weit von Normalität entfernt: Sie geht davon aus, dass die Arbeitslosenquote auch gegen Jahresende noch zweistellig sein wird.

Da die Zahl der Corona-Fälle in manchen Landesteilen steigt, dürfte sich eine weitere Erholung des Arbeitsmarktes tatsächlich verzögern. Innerhalb von 24 Stunden verzeichneten die USA einen weiteren traurigen Meilenstein bei der Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages. Diese stieg auf 50.700. In den vergangenen vier Wochen hat sich diese Zahl damit mehr als verdoppelt, wie aus einer Zählung der Johns-Hopkins-Universität hervorgeht.

"Alle Erwartung übertroffen"

US-Präsident Donald Trump erklärte in Washington, die rasche Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt habe "alle Erwartungen übertroffen". Die Wirtschaft erhole sich "schneller und besser" von der Corona-Krise als angenommen, sagte er. Der Präsident prognostizierte, dass das Wachstum im dritten Quartal "fantastisch" ausfallen werde.

Trump bewirbt sich um eine zweite Amtszeit. Zeichen einer wirtschaftliche Erholung kämen ihm daher höchst gelegen.  Der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, machte Trumps verfehlte Corona-Politik für die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit verantwortlich. "Millionen Amerikaner hätten ihre Jobs noch, wenn Donald Trump seinen Job gemacht hätte", sagte Biden. Inzwischen habe der Präsident offenbar "völlig aufgegeben", kritisierte er.

Auftragslage zieht an

Trump dürfte indes nicht nur von den neuesten Arbeitsmarkt-Daten erfreut sein, sondern auch von der Auftragslage der US-Industrie. Im Mai zogen die Bestellungen um 8,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat an, teilte das Handelsministerium mit.

Die US-Wirtschaft steht wegen schwächerer Nachfrage vor einer Rezession. Mit billionenschweren Hilfspaketen hat der Staat Firmen und Verbrauchern über die Krise hinweggeholfen.

US-Statistik: 17.8 Millionen Amerikaner sind weiter arbeitslos
Torsten Teichmann, ARD Washington
03.07.2020 06:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Juli 2020 um 18:00 Uhr.

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