Aiman al-Sawahiri | AFP

Drohnenangriff in Afghanistan Biden bestätigt Tötung von Al-Kaida-Chef

Stand: 02.08.2022 07:16 Uhr

US-Präsident Biden hat die Tötung des Al-Kaida-Chefs durch einen Drohnenangriff bestätigt. Geheimdienste hatten al-Sawahiri in Kabul ausfindig gemacht. Er war in der Zeit der Anschläge vom 11. September 2001 Bin Ladens Stellvertreter.

Von Katrin Brand, ARD-Studio Washington

Seit dem Wochenende wussten zumindest wichtige Regierungsmitgieder und ihre Vorgänger Bescheid: In Afghanistan war der Anführer der Terrororganisation Al Kaida getötet worden, durch eine Drohne der CIA, mithilfe einer amerikanischen Einheit. Doch das Weiße Haus wollte wohl erst ganz sicher sein, bevor es an die Öffentlichkeit ging.

Katrin Brand ARD-Studio Washington

Die USA hätten erfolgreich in Kabul einen Luftschlag ausgeführt, der den Emir der Al Kaida getötet habe, Aiman al-Sawahiri, bestätigte Joe Biden am Abend. Der Gerechtigkeit sei Genüge getan worden, so der Präsident weiter. Der Terroristenführer sei nicht mehr, und Menschen überall auf der Welt müssten sich nicht mehr vor dem bösartigen und entschlossenen Killer fürchten. Laut Biden wurde der Schlag präzise ausgeführt, es habe keine weiteren Toten etwa unter der Familie gegeben.

25 Millionen Dollar Belohnung

Al-Sawahiri war der Mann an der Seite von Osama bin Laden. Zusammen waren sie für die Terroranschläge vom 11. September 2001 verantwortlich, bei denen Tausende Menschen starben und die bis heute im Gedächtnis der USA präsent sind.

Nachdem bin Laden 2011 in Pakistan von US-Einheiten getötet worden war, wurde al-Sawahiri sein Nachfolger. Auf seine Ergreifung waren bis zu 25 Millionen Dollar Belohnung ausgesetzt.

Geheimdienste machten Al-Kaida-Chef ausfindig

Laut Präsident Biden machten Geheimdienste den Al-Kaida-Chef Anfang des Jahres in Kabul ausfindig. Noch in den vergangenen Wochen habe er Videos gemacht, in denen er seine Anhänger dazu aufrief, die USA und ihre Verbündeten anzugreifen.

Für Leon Panetta, CIA-Chef unter Präsident Obama, ist das Ganze keine Überraschung. Nach dem Abzug der US-Truppen aus Afghanistan sei klar gewesen, dass die Taliban wieder ein Rückzugsgebiet für Terroristen schaffen würden, so wie sie das auch schon getan hatten, sagte Panetta bei CNN.

Die US-Sicherheitsbehörden hätten deshalb das Land weiter beobachtet: "Sie hatten die berechtigte Befürchtung, dass wieder Terrorismus aus Afghanistan entspringen könnte. Und deshalb musste al-Sawahiri diesen Preis zahlen."

Biden spricht von Erfolg

Für Biden ist das Ganze ein Erfolg. Er hatte versprochen, dass die USA auch nach dem Abzug weiterhin Terroristen effektiv bekämpfen würden, in Afghanistan und anderswo. Genau das habe er nun getan, so Biden am Abend.

Und wie bei anderen Gelegenheiten auch wandte er sich direkt an mögliche Attentäter: "Egal wie lange es dauert, egal wo ihr euch versteckt, wenn ihr eine Bedrohung für unser Volk seid, werden die USA euch finden und ausschalten!"

Und er wandte sich an die Familien der Opfer des 11. September. Er hoffe, der Tod des Al-Kaida-Chefs werde ihnen helfen, mit ihren Erfahrungen abzuschließen.

Die Taliban bestätigten in der Zwischenzeit, dass es einen Luftangriff auf ein Haus in Kabul gegeben habe. Der Angriff sei von amerikanischen Drohnen verübt worden, teilten sie per Twitter mit.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. August 2022 um 07:30 Uhr.