Drohne RQ-4 | Bildquelle: AFP

Jemen USA töten Chef von Al-Kaida-Ableger

Stand: 07.02.2020 10:13 Uhr

Über den Luftangriff gab es seit Tagen Spekulationen, jetzt bestätigte US-Präsident Trump: Der Chef des mächtigsten Ablegers des Terrornetzwerks Al-Kaida im Jemen ist bei einem Drohnenangriff getötet worden.

Die USA haben bei einer Operation im Jemen den Anführer des dortigen Ablegers des islamistischen Terrornetzwerks Al-Kaida getötet. Der Angriff sei auf Befehl von US-Präsident Donald Trump erfolgt, erklärte das Weiße Haus.

Kassim Al-Rimi stand seit Juni 2015 an der Spitze der Terrorgruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (Al-Qaeda in the Arabian Peninsula/AQAP). Auch sein Vorgänger wurde bei einem US-Drohnenangriff im Jemen getötet. Wann genau Al-Rimi getötet wurde, teilte die Regierungszentrale in Washington nicht mit. Al-Rimi war zuvor Militärchef der Terrorgruppe, die als mächtigster Ableger des Al-Kaida-Netzwerkes gilt.

Schon seit längerem Berichte über al-Rimis Tod

Auf den Terroristen war eine Belohnung in Höhe von bis zu zehn Millionen US-Dollar ausgesetzt. Die US-Behörden bringen ihn mit zahlreichen Anschlägen in Verbindung. Darunter der Angriff auf die US-Botschaft im Jemen 2008. Al-Rimi habe in Afghanistan für Osama bin Laden gearbeitet, erklärte das Weiße Haus. Unter Al-Rimi habe AQAP "skrupellose Gewalt" an Zivilisten im Jemen verübt und versucht, zahlreiche Angriffe gegen die Vereinigten Staaten und ihre Streitkräfte durchzuführen. Durch seinen Tod sei man der Beseitigung der Gefahren für die nationale Sicherheit durch Gruppierungen wie Al-Kaida nähergekommen, hieß es.

Die "New York Times" hatte bereits Ende Januar berichtet, dass Al-Rimi bei einem Luftangriff getötet worden sein könnte. Trump hatte Berichte darüber auf Twitter weiterverbreitet, eine Bestätigung stand allerdings aus. Den Angriff dürfte Trump nutzen, um seine Entschlossenheit im Kampf gegen den Terrorismus zu unterstreichen.

Erst kürzlich hatte Al-Rimi in einer Videobotschaft im Namen seiner Gruppe die Verantwortung für eine Schusswaffenattacke auf dem US-Fliegerstützpunkt in Pensacola im Dezember übernommen. Ein saudischer Flugschüler hatte dort in einem Unterrichtsraum drei US-Matrosen erschossen und zwei Hilfssheriffs verletzt, ehe er von einem der Beamten getötet wurde. Acht weitere wurden bei dem Angriff verletzt. In der Folge schickten die USA 21 saudische Militärschüler in ihre Heimat zurück, da sie unter anderem dschihadistische oder antiamerikanische Einstellungen in den sozialen Medien an den Tag gelegt hätten.

Diverse US-Schläge gegen Top-Terroristen

Im Oktober hatten Spezialkräfte des US-Militärs den Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Nordwesten Syriens aufgespürt. Auch rühmt Trump sich immer wieder mit dem US-Luftangriff auf den iranischen Top-General Ghassem Soleimani. Nach dessen Tod im Januar waren die Spannungen im Nahen Osten gefährlich eskaliert.

Im Jemen fliegen die US-Streitkräfte seit Jahren Drohnenangriffe auf Al-Kaida-Mitglieder. Auch die US-Geheimdienste setzen Drohnen ein, bestätigen deren Einsätze aber in der Regel nicht. Die Terrororganisation profitiert von den chaotischen Zuständen in dem Bürgerkriegsland.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Februar 2020 um 07:00 Uhr.

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