Beobachter überwachen die Neuauszählung der Stimmen in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin. | dpa

Neuauszählung in Wisconsin Viel Geld für wenig Ergebnis

Stand: 29.11.2020 22:10 Uhr

Drei Millionen Dollar Vorkasse und kein Effekt - die von US-Präsident Trump beauftragte Neuauszählung in Wisconsin bringt ihm keine weiteren Stimmen ein. Im Gegenteil: Biden konnte seinen Vorsprung noch einmal leicht ausbauen.

Die von Donald Trump beantragte und bezahlte teilweise Neuauszählung der Stimmen im Bundesstaat Wisconsin hat dem amtierenden US-Präsident nicht den gewünschten Effekt gebracht. Trump konnte keinen Stimmengewinn verzeichnen. Im Gegenteil: Nach der Neuauszählung in den Bezirken Milwaukee und Dane legte sein Konkurrent Joe Biden um insgesamt 87 Stimmen zu. Das berichtet die örtliche Zeitung "Milwaukee Journal Sentinel".

Beide erhielten zwar zusätzliche Stimmen, aber auch hier setzte sich der Demokrat am Ende durch. Demnach gewann Biden in Milwaukee 132 Stimmen, Trump kam in Dane auf ein Plus von 45 Stimmen. Die Wahlbehörde veröffentlichte auf ihrer Webseite eine Übersicht aller Abweichungen in einzelnen Wahllokalen. Biden gewann die Wahl in dem nördlichen Bundesstaat bei rund drei Millionen abgegebenen Stimmen mit gut 20.000 Stimmen Vorsprung.

Drei Millionen Dollar für Nachzählung

Trumps Wahlkampfteam zahlte für die teilweise Neuauszählung drei Millionen Dollar in Vorkasse, wie die Wahlkommission erklärt hatte. Die Neuauszählung sollte bis Dienstag abgeschlossen werden. 2016 hatte Trump den Bundesstaat knapp gewonnen. Wisconsin hat bei der Präsidentenwahl die Stimmen von zehn Wahlleuten zu vergeben. Nach den bisherigen Ergebnissen führt Biden landesweit mit 306 zu 232 Stimmen. Für den Sieg braucht er mindestens 270 Stimmen. Das Wahlkollegium, das letztlich über den Präsidenten bestimmt, wird am 14. Dezember abstimmen.

Im südlichen Bundesstaat Georgia läuft derzeit noch eine zweite Neuauszählung. Falls sich dabei erwartungsgemäß die Ergebnisse der ersten Neuauszählung bestätigen sollten, gingen die 16 Wahlleute des Bundesstaats ebenfalls wie prognostiziert an Biden.