Donald Trump | REUTERS

Ergebnis der US-Wahl "Keinerlei Beweise für Wahlbetrug"

Stand: 23.11.2020 16:43 Uhr

Der Feldzug des Noch-Präsidenten Trump gegen das Wahlergebnis entbehrt nach Ansicht eines US-Richters jeder Grundlage. Er sieht keinerlei Beweise für einen vermeintlichen Betrug. Aber Trump stichelt weiter.

 Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Es sei ein "mühsam zusammengeflicktes Frankenstein-Monster". So nennt Richter Matthew Brann die Klage von Donald Trumps Anwälten in Pennsylvania. Dass der Mann Republikaner und Mitglied konservativer Organisationen ist, hat sein Urteil nicht verändert: Nichts als spekulative Vorwürfe und keinerlei Beweise für Wahlbetrug, heißt es in der Begründung.

Arthur Landwehr ARD-Studio Washington

Noch-Präsident Trump will in Berufung gehen, aber die Optionen werden kleiner - während ein Bundesstaat nach dem anderen das Wahlergebnis für Joe Biden zertifiziert. In Wisconsin hatten Trumps Anwälte versucht, Tausende Briefwahlunterlagen pauschal für ungültig zu erklären, die Wahlkommission macht nicht mit. Und der Versuch, mit einem Trick Wahlleute zu bekommen, die für ihn stimmen, obwohl die Mehrheit der Stimmen für Joe Biden abgegeben wurden, scheint bei republikanischen Abgeordneten eine Grenze zu überschreiten.

Gespaltenes Anwaltsteam

Mit einer republikanischen Mehrheit im jeweiligen Kongress der Bundesstaaten könnte theoretisch die Wahl für gescheitert erklärt werden. Dann wüden die Delegierten vom Kongress selbst ernannt werden. Das wäre quasi ein Putsch - und da macht bisher niemand mit.

Durch Trumps Anwaltsteam geht inzwischen ein Riss. Eine der Anwältinnen, die besonders abstruse Verschwörungstheorien verbreitet, wurde kalt gestellt. Was Trump aber mit seinen Manövern zu gelingen scheint: bei seinen Anhängern das Vertrauen in die Wahl weiter zu untergraben und eine feindliche Opposition zu den Demokraten zu schüren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. November 2020 um 17:25 Uhr.