Melania Trump | Bildquelle: REUTERS

Kurz vor der US-Wahl Wo ist eigentlich Melania Trump?

Stand: 29.10.2020 10:33 Uhr

Normalerweise ist die First Lady kurz vor einer US-Präsidentschaftswahl jeden Tag im Einsatz und macht Wahlkampf. Melania Trump glänzt dagegen durch Abwesenheit. Nun erschien sie zu einem Kurzbesuch in Pennsylvania.

Von Claudia Sarre, ARD-Studio Washington

Das Lächeln der First Lady wirkt ein wenig gequält, als sie im olivgrünen Mantel und mit wie immer perfektem Make-up vor die Menge in Atglen im US-Bundesstaat Pennsylvania tritt.

Während ihr Mann, der US-Präsident, in diesen Tagen unermüdlich und geradezu verbissen von einer Wahlkampfveranstaltung zur nächsten jettet, glänzte Melania Trump in letzter Zeit vor allem durch Abwesenheit. Die 50-Jährige besuchte bislang weder eine Wahlkampf-Rallye noch eine Fundraising-Veranstaltung - beides normalerweise ein Muss für jede First Lady in der heißen Phase des Wahlkampfs. 

17 Minuten Wahlkampfrede

Aber um einen Auftritt in Pennsylvania kam Mrs Trump ganz offensichtlich nicht herum. Ihre "Wahlkampfrede" dauerte genau 17 Minuten. Die Fans waren dennoch begeistert. Melania Trump bedankte sich zunächst für die Liebe und Unterstützung, die ihre Familie während ihrer Corona-Erkrankung erhalten hatte.

Der letzte Wahlkampfauftritt der First Lady ist fast genau vier Jahre her. Damals besuchte sie ebenfalls Pennsylvania. Der Bundesstaat gilt als sogenannter "Battleground State“, auf Deutsch Schlachtfeldstaat, den Donald Trump unbedingt gewinnen muss, wenn er US-Präsident bleiben will.

First Lady wettert gegen Demokraten

Erwartungsgemäß schlug die First Lady einen emotionalen Ton an, sprach den Amerikanern, die während der Corona-Pandemie Angehörige verloren haben, ihr Beileid aus. Dabei versäumte sie es jedoch nicht, den politischen Gegner zu verunglimpfen.

"Die Demokraten stellen ihre eigene Agenda vor das Allgemeinwohl der Amerikaner. Stattdessen versuchen sie eine Spaltung herzustellen", so die First Lady. Ihren Mann pries sie als Kämpfer, der sein Land liebt und für sein Volk kämpft - jeden Tag.

Weniger Glamour als die Obamas

Bei aller demonstrativ zur Schau gestellten Unterstützung für den US-Präsidenten, waren jedoch auch kritische Untertöne zu hören. "Ich bin nicht immer damit einverstanden, wie er Dinge sagt", sagte die First Lady und meinte damit die oft gehässigen Twitter-Tiraden ihres Mannes.

An den Glamour und die Popularität der Obamas werden Mr und Mrs Trump wohl nie heranreichen. Tatsächlich gibt es immer wieder Spekulationen, ob die Ehe der beiden überhaupt noch Bestand hat.

Ihren Teil zum Wahlkampf hat Melania Trump nun zumindest beigetragen. Auch sie wird sich fragen: Wird es reichen, um ihrem Mann zum Wahlsieg zu verhelfen?

Wo ist eigentlich Melania Trump?
Claudia Sarre, ARD Washington
29.10.2020 08:26 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 29. Oktober 2020 um 10:08 Uhr.

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