Wahl in Wisconsin, Archivbild | AP

US-Präsidentenwahl Wisconsin und Arizona bestätigen Bidens Sieg

Stand: 01.12.2020 01:02 Uhr

Nach der Neuauszählung Hunderttausender Stimmen im US-Bundesstaat Wisconsin ist Joe Bidens Vorsprung sogar noch gestiegen. Der Staat bestätigte Bidens Sieg daraufhin offiziell - nur wenige Stunden, nachdem Arizona das Gleiche getan hatte.

Wisconsin hat den Wahlsieg Joe Bidens nach einer erneuten Auszählung Hunderttausender Stimmen offiziell bestätigt. Mit der Bestätigung des Wahlergebnisses durch die demokratische Vorsitzende der Wahlkommission des Staates, Ann Jacobs, öffnet sich ein Zeitfenster von fünf Tagen für Präsident Donald Trump, gegen das Wahlergebnis juristisch vorzugehen. Gouverneur Tony Evers unterzeichnete das Ergebnis am Abend und machte es damit offiziell.

Dagegen zu klagen hatte Trump vorab schon am Samstag angekündigt. Er behauptet weiterhin ohne Belege, dass er die Wahl nur wegen Wahlfälschung verloren habe. Der Vorsprung Joe Bidens in dem US-Staat wuchs bei der erneuten Teilauszählung um 87 auf insgesamt fast 20.700 Stimmen. Trump hatte für die Neuauszählungen in zwei demokratisch geprägten Bezirken - Dane und Milauwkee - 3 Millionen US-Dollar gezahlt. Die Wahlkommission ist mit Vertretern beider Parteien besetzt.

Auch Arizona bestätigt Bidens Sieg

Zuvor hatte mit Arizona bereits ein weiterer umkämpfter US-Bundesstaat das Ergebnis der Präsidentenwahl und somit den Sieg Bidens offiziell bestätigt. Arizonas republikanischer Gouverneur Doug Ducey unterzeichnete die Wahlunterlagen und meldete das amtliche Endergebnis nach Washington. Biden gewann in Arizona mit einem Vorsprung von rund 10.500 Stimmen.

Damit erlitt Amtsinhaber Donald Trump einen weiteren Rückschlag bei seinen Versuchen, den Ausgang der Wahl vom 3. November mit juristischen Attacken zu kippen. Seine Anwälte hatten vergeblich gegen das Ergebnis in Arizona geklagt. Trump behauptet nach wie vor ohne Belege, dass er die Wahl nur wegen massiver Wahlfälschung verloren habe. Zuvor hatten bereits wichtige Bundesstaaten wie Georgia und Pennsylvania das Ergebnis der Wahl bestätigt.

Mehrheitsverhältnis im Senat weiter ungewiss

Die Bestätigung der Wahlergebnisse in Arizona führt auch dazu, dass die Mehrheit von Trumps Republikanern im 100 Sitze fassenden US-Senat von 53 auf 52 Stimmen schrumpft. Der Demokrat Mark Kelly, der die republikanische Senatorin Marthy McSally in einer Sonderabstimmung besiegte, soll bereits diese Woche vereidigt werden. Die restlichen, regulär neu gewählten Senatoren werden erst Anfang 2021 vereidigt. Ob Demokraten oder Republikaner die Mehrheit im Senat haben werden, entscheidet sich allerdings erst bei zwei Stichwahlen in Georgia am 5. Januar.

Der Senat stimmt unter anderem über Kandidaten für zentrale Regierungsposten ab. Damit könnte der Handlungsspielraum von Biden als Präsident eingeschränkt werden, wenn die Republikaner die Kontrolle über die Kongresskammer behalten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Dezember um 08.00 Uhr sowie am 30. November 2020 um 21:00 Uhr.