US-Soldaten stehen nach ihrer Ankunft auf der US-Airbase in Wiesbaden-Erbenheim vor einer US-Flagge.  | Bildquelle: dpa

Geplanter Truppenabzug Länderchefs appellieren an US-Politiker

Stand: 19.07.2020 19:51 Uhr

Die Bundesländer mit US-Militärstandorten haben an einflussreiche US-Senatoren appelliert, die von US-Präsident Trump geplante Truppenreduzierung in Deutschland zu verhindern. Diese würde wichtige Strukturen zerstören.

Die Länderchefs von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern wollen den angekündigten Abzug von rund 9500 US-Soldaten aus Deutschland verhindern. In einem gemeinsamen Brief an 13 Mitglieder des US-Kongresses heißt es, die hier stationierten Soldaten stellten das Rückgrat der US-Präsenz in Europa und der Handlungsfähigkeit der NATO dar.

Die Strukturen seien von Amerikanern und Deutschen über Jahrzehnte miteinander aufgebaut worden. Sie seien die Voraussetzung für einen partnerschaftlichen Beitrag zum Frieden in Europa und der Welt. "Wir bitten Sie uns darin zu unterstützen, das Band der Freundschaft nicht zu lösen sondern zu festigen und die US-Präsenz in Deutschland und Europa auch für die Zukunft zu erhalten."

Unterzeichnet ist der Brief, der dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt, vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne), seiner rheinland-pfälzischen Amtskollegin Malu Dreyer (SPD) sowie den die Regierungschefs von Hessen und Bayern, Volker Bouffier (CDU) und Markus Söder (CSU). In ihren Ländern sind die US-Militärs stationiert. Zuerst hatten die "Stuttgarter Zeitung" und die "Stuttgarter Nachrichten" über den Brief berichtet.

Trump-Vorhaben auch in den USA umstritten

US-Präsident Donald Trump hatte Mitte Juni erklärt, etwa 9500 in Deutschland stationierte Soldaten abziehen zu wollen. Das hiesige US-Truppenkontingent würde damit auf 25.000 reduziert. Trump warf Deutschland vor, den NATO-Verpflichtungen nicht nachzukommen und zu wenig in die Verteidigung einzuzahlen.

Das Abzugsvorhaben ist in den USA umstritten. Ein Berater des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden hat angekündigt, Biden werde bei einem Wahlsieg die Entscheidung Trumps überprüfen.

Über Ramstein in Rheinland-Pfalz läuft die Versorgung der US-Einsätze im Irak oder in Afghanistan, im benachbarten Landstuhl steht das größte US-Militärkrankenhaus außerhalb der USA. In Stuttgart befinden sich die Kommandozentralen für die US-Streitkräfte in Europa und in Afrika. Das hessische Wiesbaden beherbergt die Zentrale der US-Army in Europa.

Gemeinsamer Brief: 4 Bundesländer wollen US-Truppenabzug verhindern
Christopher Jähnert, ARD Berlin
19.07.2020 20:28 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete SWR aktuell am 19. Juli 2020 um 19:00 Uhr.

Darstellung: