US-Soldaten während der internationalen Militärübung "Allied Spirit 2022" | picture alliance/dpa

Ukraine-Krise USA entsenden Tausende Soldaten nach Europa

Stand: 02.02.2022 17:20 Uhr

US-Präsident Joe Biden entsendet angesichts der Spannungen in der Ukraine zusätzliche Soldaten nach Deutschland und Osteuropa. In den kommenden Tagen sollen etwa 3000 Militärangehörige stationiert werden. Das teilte das Pentagon mit.

In der Ukraine-Krise schickt US-Präsident Joe Biden Tausende Soldaten nach Deutschland und Osteuropa. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, sollen 2000 Soldaten aus den USA nach Deutschland und Polen verlegt werden.

1000 bereits in Deutschland stationierte Infanteristen werden demnach nach Rumänien entsandt. Dort sind bereits 900 US-Soldaten - und auch Frankreich werde ebenfalls Truppen dorthin verlegen, so ein US-Regierungsvertreter. Dies alles passiere in enger Abstimmung mit Rumänien, Polen und Deutschland, so Pentagonsprecher John Kirby.

Bei den Stützpunkten in Rumänien und Polen handelt es sich um zwei Basen des Raketenabwehrsystems Aegis. Russland hatte erklärt, die USA könnte von dort auch Mittelstrecken-Raketen vom Typ Tomahawk starten.

In den kommenden Tagen

Pentagonsprecher Kirby kündigte an, die Truppenverlegungen sollten bereits in den kommenden Tagen geschehen. "Das Verteidigungsministerium wird einige in Europa stationierte Einheiten weiter nach Osten verlegen, zusätzliche in den USA stationierte Einheiten nach Europa entsenden und den erhöhten Alarmzustand von Eingreiftruppen beibehalten." Die US-Soldaten "werden nicht in der Ukraine kämpfen", betonte der Regierungsvertreter. Auch seien die Truppenverlegungen nicht dauerhaft.

Vorübergehende Schritte

"Die derzeitige Situation erfordert, dass wir die Abschreckungs- und Verteidigungsbereitschaft an der Ostflanke der NATO verstärken", betonte Pentagonsprecher Kirby. Die Truppenverlegung sei ein "unmissverständliches Signal" an die Welt, dass die USA zu ihren Verbündeten stünden. Falls nötig, könne es in Zukunft auch weitere Truppenbewegungen geben.

Die Entsendung von US-Truppen sei ein vorübergehender Schritt, der darauf abziele, die NATO-Mitglieder zu schützen. Die Schritte spiegelten die Besorgnis wider, dass Russland sich darauf vorbereitet, in die Ukraine einzumarschieren.

Schnelle Verlegung ermöglichen

Biden hatte wegen der Ukraine-Krise erst kürzlich 8500 US-Soldaten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzen lassen, um bei Bedarf eine schnelle Verlegung nach Europa zu ermöglichen. Er hatte betont, es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, um Sorgen der osteuropäischen NATO-Mitglieder zu begegnen. Mehrfach stellten der Präsident und andere Mitglieder der Regierung klar, es würden keine US-Soldaten in die Ukraine geschickt.

In Europa sind regulär auch außerhalb von Krisenzeiten zwischen 75.000 und 80.000 Soldaten stationiert, darunter rund 35.000 in Deutschland.

Die Maßnahmen sind eine Reaktion auf den russischen Truppenaufmarsch entlang der ukrainischen Grenze. Mehr als 100.000 Soldaten wurden dorthin mit Panzern und anderem schweren Gerät verlegt. Moskau bestreitet, dass eine Invasion der Ukraine geplant sei. Neben den militärischen Bewegungen finden diplomatische Bemühungen zur Entschärfung der Krise statt.

Mit Informationen von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 02. Februar 2022 um 16:21 Uhr.