Der amtierende Chef der US-Grenzschutzbehörde Sanders hat seinen Rücktritt angekündigt. | Bildquelle: REUTERS

Kritik an Familientrennungen US-Grenzschutzchef tritt zurück

Stand: 26.06.2019 03:42 Uhr

Nach der Empörung über alarmierende Zustände in Lagern für minderjährige Einwanderer nimmt der amtierende Chef der US-Grenzschutzbehörde Sanders nach nur zwei Monaten im Amt seinen Hut.

Der kommissarische Chef der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde, John Sanders, hat nach nur zwei Monaten im Amt seinen Rücktritt angekündigt. Er werde den Posten am 5. Juli aufgeben, erklärte Sanders in einem Schreiben. Er hatte die Leitung der Behörde im April übernommen, nachdem Grenzschutzchef Kevin McAleenan als Nachfolger von US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen nominiert worden war. 

Sanders nannte in dem Brief an die Mitarbeiter seiner Behörde keinen Grund für seinen Rücktritt, doch stand der Grenzschutz zuletzt wegen der katastrophalen Zustände in einem Auffanglager für minderjährige Einwanderer in Texas in der Kritik. Menschenrechtsaktivisten, Ärzte und Anwälte beklagten unter anderem die mangelnde Hygiene in der überfüllten Einrichtung in dem Ort Clint.

Medienbericht über möglichen Nachfolger

Fast 250 Kinder wurden nach den Enthüllungen verlegt, doch mussten etwa 100 von ihnen nach Angaben der Grenzschutzbehörde wieder dorthin zurückkehren. Unbegleitete minderjährige Einwanderer müssen laut US-Gesetz binnen 72 Stunden ihren Eltern oder den zuständigen Gesundheitsbehörden übergeben werden. Doch viele der in Clint untergebrachten Kinder mussten dort offenbar mehrere Wochen ausharren. Nach Informationen der "Washington Post" will US-Präsident Donald Trump den amtierenden Chef der Einwanderungsbehörde ICE, Mark Morgan, zu Sanders Nachfolger ernennen.

Trump hatte im Wahlkampf 2016 versprochen, die illegale Einwanderung zu stoppen. Die Zahl der Migranten stieg seit Beginn seiner Amtszeit jedoch stetig an. Allein im Mai wurden an der US-Südgrenze 144.000 Einwanderer aufgegriffen, darunter 57.000 Minderjährige. Um die ungeregelte Einwanderung aus Zentralamerika in die USA zu bremsen, unterzeichnete die US-Regierung Anfang Juni ein Migrationsabkommen mit Mexiko. Es sieht unter anderem die Stationierung Tausender mexikanischer Soldaten an der Grenze zu den USA vor.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Juni 2019 um 20:00 Uhr.

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